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Holocaust-Überlebender: Optimist, den Nazis zum Trotz

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Holocaust-Überlebender: Optimist, den Nazis zum Trotz
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Screenshot via AP
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Ist es Gegenwart oder Vergangenheit? Die Aufmärsche, die Demonstrationen von den Nationalsozialisten damals und von den Rechten heute, der Holocaust-Überlebende Leon Weintraub sieht da kaum ein Unterschied.

"Heute marschieren Junge Polen durch die Straßen der Ortschaften meines Heimatlandes in Uniformen, die denen der Nazis so sehr ähneln", erzählt Weintraub mit bedächtiger Stimme, "sie benutzen die selben Parolen wie damals die Nazis. Es ist unglaublich, aber die Nachkommen der Polen, die von den Nazis umgebracht wurden, bezeichnen sich heute selber als Nazis."

Die Erinnerung wachhalten, das ist Leon Weintraub ein Anliegen. Und so zeigt er noch heute, mit 94 Jahren, bereitwillig die Dokumente von damals: Das einzige Foto seiner Mutter, die Arbeitskarte aus dem Ghetto in Lodz, und er erzählt, wie er gerade noch rechtzeitig das Konzentrationslager Auschwitz verlassen konnte, indem er sich in eine Gruppe einschmuggelte, die in ein Arbeitslager verlegt wurde. Seine Mitgefangenen fanden später den Tod.

Nach dem Krieg heiratete Weintraub eine deutsche Frau. Er studierte Medizin und übernahm in seiner Heimat Polen die Leitung eines Spitals. Doch musste er selbst nach 1945 wieder Antisemitismus erleben. Schließlich wanderten die Beiden nach Schweden aus.

"Ich bin ein geborener Optimist", so Leon Weintraub über die Zukunft, "gläubig bin ich nicht, aber ich habe Hoffnung. Ich hoffe, dass die Vernunft die Oberhand gewinnen wird und dass die Fanatiker und deren extremistische Gedanken und Ideen von Vernunft und liberalem Denken besiegt werden. Leben und leben lassen."

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