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Skandal um Dresdner Semperopernball: Was macht Roland Kaiser?

Skandal um Dresdner Semperopernball: Was macht Roland Kaiser?
Copyright  © Semperoper Dresden/Matthias Creutziger   -   Matthias Creutziger
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Der legendäre Opernball in der Dresdner Semperoper sorgt alle Jahre wieder für Schlagzeilen. In diesem Jahr allerdings für ziemlich negative - noch bevor er überhaupt begonnen hat. Eigentlich sollte die "Tagessschau"-Moderatorin Judith Rakers durch den Abend führen - doch sie hat kurzfristig abgesagt.

Umstrittener Orden für Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah Al-Sisi

Der Grund: eine umstrittene Preisverleihung. Der Opernballverein hatte dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fatah Al-Sisi am Sonntag trotz öffentlicher Kritik in Kairo den St.-Georgs-Orden überreicht.

Hans-Joachim Frey, der Chef des Ballvereins, hatte die Auswahl des Preisträgers zunächst noch damit gerechtfertigt, dass der Ball eine Kultur- und keine politische Veranstaltung sei. Der ehemalige General und Armeechef Al-Sisi war 2013 nach einem Militärputsch an die Macht gekommen und 2014 als Präsident vereidigt worden. Seitdem geht er mit harter Hand gegen Oppositionelle und Kritiker vor, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind stark eingeschränkt.

Judith Rakers zieht Konsequenz - Roland Kaiser moderiert trotzdem

„Tagesschau“-Moderatorin Judith Rakers zeigte dafür kein Verständnis. Sie äußerte sich in den sozialen Netzwerken „irritiert“ über den Orden für al-Sisi und zog die Kosequenzen: Sie löste den Vertrag und wird den Opernball nicht moderieren.

Rakers (44) sollte eigentlich neben dem Schlagersänger Roland Kaiser (67) durch den Abend führen. Für Judith Rakers übernimmt nun Mareile Höppner die Moderation der Veranstaltung vom 7. Februar an der Seite von Kaiser.

Dieser sagte seine Teilnahme an der Veranstaltung nämlich nicht ab. Zuvor hatte er sich allerdings ebenfalls kritisch geäußert. Aus dem „rauschenden kulturellen Ereignis“ sei „ein politisches geworden“, schrieb der 67-Jährige auf Facebook.

„Hätte ich vorab davon erfahren, hätte ich meine Teilnahme an der Veranstaltung nicht zugesagt“, schrieb Kaiser weiter.

Die Vergabe des St. Georg Ordens des Dresdner SemperOpernballs an den ägyptischen Machthaber Abdel Fattah al-Sisi...

Publiée par Roland Kaiser sur Mercredi 29 janvier 2020

Semperoper distanziert sich

Die Semperoper Dresden hat sich in einer Pressemitteilung von der Entscheidung des Opernball Vereins distanziert: "Die Semperoper Dresden missbilligt ausdrücklich die Entscheidung des Semper Opernball e.V. und seines für den SemperOpernball künstlerisch gesamtverantwortlichen Vorsitzenden, Hans-Joachim Frey, den ägyptischen Staatpräsidenten Ab-del Fatah El-Sisi mit dem St. Georgs Orden zu ehren." Weiter heißt es die Entscheidung des unabhängigen Vereins hätte zu "einer massiven Irritation innerhalb der Semperoper Dresden geführt, die als führende Kulturinstitution stets Stellung für Freiheit, Toleranz und Menschenrechte bezieht."

Ballverein-Vorsitzender Frey entschuldigt sich

Schließlich entschuldigte sich dann auch Ballverein-Chef Hans-Joachim Frey: „Wir möchten uns für diese Preisverleihung entschuldigen und davon distanzieren. Die Verleihung war ein Fehler“, sagte er in Dresden. Frey hatte in der Vergangenheit schon mit einer anderen umstrittenen Entscheidung Schlagzeilen gemacht: 2009 war Russlands Präsident Wladimir Putin Ballgast und Preisträger. Der ägyptische Präsident wird beim diesjährigen Event nicht auftreten.

Die Gespräche mit den beiden, für die Präsentation des 15. SemperOpernballs vorgesehenen Moderatoren sind mit dem...

Publiée par SemperOpernball sur Mercredi 29 janvier 2020