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99 Tage am Limit: Zwei Spanier werden jüngste Himalaya-Überquerer

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Sie sind die jüngsten Bergsteiger, die den Himalaya überquert haben.
Sie sind die jüngsten Bergsteiger, die den Himalaya überquert haben.   -  
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Sergi Unanue und Daniel Benedicto
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99 Tage, 2376 Stunden und 1.600 Kilometer: Um ein Gebirge wie den Himalaya zu überqueren muss man selbstverständlich körperlich topfit sein und vor allem Ausdauer braucht es. Sergi Unanue und Daniel Benedicto erzählen im Interview mit Euronews, dass es vor allem auf die mentale Verfassung ankommt, wenn man Rekorde brechen will.

Dani und Sergi lernten sich beim Reisen in der Mongolei kennen und erkannten schnell, dass ihre Erwartungen an das Reisen die gleichen sind. Sie hörten von der Extremroute des Großen Himalaya-Trails und entschieden sich ohne großes Zögern für das gemeinsame Abenteuer.

"Als er den Vorschlag machte, dachte ich nicht darüber nach. Wir mussten es versuchen", sagte Sergi gegenüber von Euronews. So begaben sie sich auf die Reise vom Basislager des Kangchendzönga, des dritthöchsten Berges der Welt, bis zur kleinen tibetischen Stadt Tumkot.

"Klar, Scheitern war für uns eine Option. Aber schon der Versuch wäre ein Erfolg. Wir wollten uns selbst testen und sehen, wo unsere Grenzen liegen. Am Ende haben wir das Abenteuer abgeschlossen, aber wir sahen unsere Grenze näher als je zuvor", so Sergi.

Sergi Unanue
Zelten unter dem Sternenhimmel - Alltag für die jungen BergsteigerSergi Unanue

Nach fast dreieinhalb Monaten wurde der Traum wahr. Dreieinhalb Monate in der man am Morgen nicht weiß was einen den Tag über erwartet. Die Tage seien sehr unterschiedlich gewesen berichten die jungen Männer. Es gab Tage, an denen sie der Weg durch Dörfer führte, und andere, an denen sie einen hohen Bergpass überwinden mussten.

Dennoch bemühten sie sich um eine strenge Routine. "Wir versuchten gewöhnlich, alle Sonnenstunden zu nutzen und gingen sehr früh zu Bett, gegen sechs oder sieben Uhr abends. Wir schliefen viele Stunden, zwischen zehn und zwölf Stunden. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel geschlafen", erklärt Sergi.

"Die ruhigsten Tage waren die, an denen wir auf dem Weg durch die Dörfer gingen, um Nahrung für das Mittag- oder Abendessen zu finden. Die weniger ruhigen Tage waren die, an denen wir einen Bergpass passieren mussten. An diesen Tagen standen wir um zwei Uhr morgens auf.

Ich habe noch nie in meinem Leben so viel geschlafen.
Sergi Unanue

Die Überquerung des Himalaya war für die zwei jungen Männer besonders herausfordernd, weil sie keine Erfahrung hatten. Sie waren noch nie im Hochgebirge gewesen, und Sergi hatte noch nie eine besonders lange Bergwanderung unternommen. Sie nahmen die Expedition selbst als Vorbereitung für den Rest des Weges.

"In den ersten Tagen haben wir uns verlangsamt, die Kontrolle übernommen, auf unseren Rhythmus geachtet und uns in Form gebracht. Selbst wenn wir physisch gut dabei waren und wussten, was wir zu tun hatten, wir hätten viel schneller vorankommen können. Nach und nach haben wir unsere Ängste verloren."

Trotz der Warnungen der Einheimischen - die sagten, es sei unmöglich, die Reise allein zu machen - machten sie weiter und bewiesen, dass sie es auch ohne professionelle Bergsteiger zu sein schaffen konnten.

"Am krassesten Tag waren es -25 Grad, und meine Finger wurden eiskalt. Ich habe die ersten Symptome einer Erfrierung erlitten."

"An anderen Tagen mussten wir Flüsse barfuß überqueren, weil es keine Brücken gab. Es waren Flüsse mit sehr kaltem Wasser, die auf der anderen Seite warteten nur noch mehr Kälte und Schnee. Wir haben auch Pässe in großer Höhe gefunden, wo es Gletscher gibt, die sehr gefährlich sein können, wenn ihre Risse mit Schnee bedeckt sind und man nicht sehen kann, wo man hintritt".

Es gab zahlreiche Situationen, die einen geistig sehr zermürbten, in denen man ständig konzentriert sein musste und sich keine Fehler erlauben konnte, so Sergi.

Sergi Unanue

Nach 99 Tagen erreichten sie ihr Ziel. Nur sechs Personen vor ihnen haben den Großen Himalaya-Pfad ohne jegliche Hilfe absolviert. Sergi und Dani waren die jüngsten, die dies bisher getan haben.

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