Eilmeldung
This content is not available in your region

Assange-Anwälte: "US-Begnadigung angeboten" – Weißes Haus weist Darstellung zurück

euronews_icons_loading
Assange-Anwälte: "US-Begnadigung angeboten" – Weißes Haus weist Darstellung zurück
Copyright  Copyright The Associated Press. All rights reserved   -   Kirsty Wigglesworth
Schriftgrösse Aa Aa

Die US-Regierung hat dem WikiLeaks-Gründer Julian Assange nach Angaben seines AnwaltsEdward Fitzgerald eine Begnadigung angeboten – im Gegenzug hätte er aussagen müssen, dass Russland bei der Veröffentlichung von E-Mails der Demokratischen Partei nicht involviert gewesen sei, so der Anwalt vor einem Gericht in London (Westminster Magistrates Court) weiter. Das Weiße Haus wies diese Darstellung als „völlig falsch“ zurück.

© AFP

Nach Darstellung der Assange-Seite hatte der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks während seines siebenjährigen Asyls in der ecuadorianischen Botschaft im August 2017 Besuch vom damaligen republikanischen Kongressabgeordneten Dana Rohrabacher. Der habe Assange auf Anweisung von Präsident Donald Trump gesagt, er biete „eine Begnadigung oder einen Ausweg, wenn Herr Assange ... sagt, dass Russland nichts mit den DNC-Leaks zu tun hat“. DNC steht für "Democratic National Committee", die nationale Organisation der Demokraten.

Die für die Demokraten und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton belastenden E-Mails waren per Hackerangriff gestohlen und im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen 2016 von Wikileaks veröffentlicht worden. Sonderermittler Robert Mueller zufolge waren russische Hacker dafür verantwortlich.

BIS ZU 175 JAHRE HAFT

Die USA beschuldigen den 48-jährigen Assange der Spionage - WikiLeaks veröffentlichte neben den Wahlkampf-Mails auch Hunderttausende geheime Regierungsdokumente. Er musste im April 2019 die Botschaft Ecuadors verlassen und wurde von der britischen Polizei verhaftet, weil er 2012 mit der Flucht in die Botschaft Kautionsauflagen missachtet hatte. Ihm drohen bis zu 175 Jahre Gefängnis wegen Spionage, wenn er in die USA ausgeliefert wird - die Vereinigten Staaten werfen ihm unter anderem vor, der US-Whistleblowerin Chelsea Manning - damals noch Bradley Manning - geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dadurch wurden von US-Soldaten begangene Kriegsverbrechen bekannt. Insgesamt liegen 18 Anklagepunkte vor.

su mit dpa

© Anadolu