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WHO-Generaldirektor warnt: "Wir befinden uns auf unbekanntem Gebiet"

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WHO-Generaldirektor warnt: "Wir befinden uns auf unbekanntem Gebiet"
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Die chinesische Metropole Wuhan ist unverändert das Epizentrum der Coronavirus-Epidemie, doch die Zahl der Todesopfer und Infizierten steigt weltweit täglich weiter.

Die chinesische Gesundheitskommission verzeichnete einen Anstieg der Todesopfer auf nun knapp 3.000. Alle neuen Todesfälle gab es in der zentralchinesischen Probinz Hubei, in der auch Wuhan liegt.

Außerhalb Chinas ist Südkorea mit über 4800 Infektionen am schwersten betroffen. Gefolgt von Iran, Italien mit nun über 2000 Ansteckungsfällen, Japan, Frankreich und Deutschland, wo es in 13 Bundesländern mindestens 180 bestätigte Infektionen gibt. Noch keine Meldungen gab es bislang aus dem Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

"Unbe´kanntes Gebiet"

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte: "Dies ist ein einzigartiges Virus mit einzigartigen Eigenschaften. Dieses Virus ist keine Grippe. Wir befinden uns auf unbekanntem Gebiet. Wir haben noch nie zuvor einen Atemwegserreger gesehen, der sowohl in der Lage ist, in der Gemeinschaft übertragen zu werden, der aber gleichzeitig auch mit den richtigen Maßnahmen eingedämmt werden kann.

Verunsicherung in Frankreich

Das Ringen um die richtigen Maßnahmen beschäftigt auch die Einwohner von Crépy-en-Valois im Département Oise nordöstlich von Paris. Der Ort ist nach einem Todesfall - dem insgesamt dritten in Frankreich - und etwa 60 Infektionen weitgehend abgesperrt.

Lehrerin Sylvie Barrier ist entsprechend beunruhigt: "Ein ehemaliger Kollege von mir ist betroffen, das ist schon sehr besorgniserregend. Wir wissen auch von mehreren anderen Fällen."

Eine andere Einwohnerin meinte über Vorkehrungen: _"Ich wasche mir die Hände. Wenn die Familie vorbeikommt, verzichten wir auf Begrüßungsküsse. Das ist aber auch schon alles."
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Europa-Flüge gestrichen

In Großbritannien hat British Airways hunderte Flüge zum und vom europäischen Festland wegen geringer Nachfrage annulliert. Ryanair reduzierte Italien-Flüge. Premierminister Boris Johnson will einen Aktionsplan vorlegen, erwägt Schulschließungen und die Reaktivierung von Ruheständlern des nationalen Gesundheitssystems NHS:

"Unsere Aufgabe ist der Schutz der Öffentlichkeit und dafür haben wir einen sehr guten Plan, einen sehr guten Weg, um bekanntzugeben, wie und wann die notwendigen Schritte zum Stopp der Ausbreitung bekanntgegeben werden."

USA: Trump fordert Pharmakonzerne

In den USA hat Präsident Donald Trump Pharmakonzerne aufgefordert, die Entwicklung eines Impfstoffs voranzutreiben. Im Großraum Seattle, wo mehrere infizierte Senioren in einem Pflegeheim gestorben sind, gibt man sich pragmatisch. Éin Passant sagte kurz und knapp: "Wenn man krank ist, bleibt man zu Hause. Auch, wenn man Fieber hat. Wer ärztlichen Rat braucht, geht zum Arzt."

Das Pflegeheim liegt in Kirkland, einem Vorort von Seattle. Laut Medien vor Ort sind Dutzende Menschen in Quarantäne, viele von ihnen sind Feuerwehrleute und Pflegekräfte.

Landesweit gibt es in den USA mindestens fünf Coronavirus-Tote und über hundert Infizierte.