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Weltfrauentag: Oben-ohne gegen eine "patriachale Pandemie"

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Weltfrauentag: Oben-ohne gegen eine "patriachale Pandemie"
Copyright  Thibault Camus/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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In vielen Ländern fanden am Sonntag, dem 8. März Proteste, Kundgebungen und Feierlichkeiten zum Internationalen Frauentag statt.

Oben-ohen in Paris

In Paris prangerten Aktivistinnen der radikal-feministischen Gruppe Femen in Anspielung auf das grassierende Coronavirus und mit ihrem typischen Oben-ohne-Protest eine "patriachale Pandemie" an. Die etwa 40 Frauen von Femen versammelten sich auf der Place de la Concorde, wo sie lila Rauchfahnen entzündeten, Parolen sangen und Transparente hielten. Die Polizei griff später ein und führte die Aktivistinnen weg.

Gegen Femizid in Madrid

In Madrid gingen Frauen und Männer gegen eine unterschiedliche Bezahlung, häusliche Gewalt und Femizid, das Töten von Frauen, auf die Straße. Eine Demonstrantin sagte: "Sie töten uns und wir tun nichts dagegen. Es ist an der Zeit, das zu ändern." Eine andere Frau: "Wir fordern, dass alles, der Haushalt, die Kindererziehung, der Zugang zum Arbeitsmarkt und die Gehälter endlich gleichberechtigt verteilen werden." Auch in anderen spanischen Städten wie Zaragoza, Sevilla, Pamplona und Badajoz protestierten hunderttausende Frauen und Männer.

Blumen und Lächeln in Moskau

Statt Proteste gab es in Moskau am internationalen Frauentag traditionell Blumen und ein Lächeln. In Russland ist der 8. März ein gesetzlicher Feiertag. Frauen werden am Arbeitsplatz und in der Familie beschenkt. Aktivistinnen kritisieren, dass es in Russland eine hohe Zahl häuslicher Gewalt gibt und kein Gesetz, das diese definiert. Laut dem nationalen Statistikinstitut Rosstat soll etwa jede fünfte russische Frau mit familiärer Gewalt konfrontiert sein.

Angriffe und Festnahmen in Bischkek und Islamabad

In Bischkek, der Haupftstadt von Kirgisistan, wurden Dutzende Frauen von der Polizei festgenommen, die sich zu einer Kundgebung anlässlich versammelt hatten. Zuvor wurden die Gruppe Frauen von maskierten Männer angegriffen, die ihre Plakate zerrissen. Auch in Islamabad stieß der Demonstrationszug auf Wiederstand. Aus einem Gegenprotest von Islamisten flogen Steine auf die Frauen und Männer, die sich für mehr Frauenrechte in Pakistan einsetzen.

Kurdische Frauen in Haschisch

Syrische Kurden haben den Weltfrauentag in der Provinz Haschisch mit einem fröhlichen Fest gefeiert. Vor nicht allzu langer Zeit verlief in dieser Region die Frontlinie im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Eine der Frauen auf dem Fest sagt: "Im Kampf gegen den IS standen die kurdischen Frauen an vorderster Front und wurden zu einem Vorbild. Heute sind kurdische Frauen überall, im Parlament, bei Demonstrationen und in den Ministerien, überall. Die Frauen haben überall ihren Platz eingenommen."