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"Es ist surreal": Rom wird zur Geisterstadt

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"Es ist surreal": Rom wird zur Geisterstadt
Copyright  AP/Andrew Medichini
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Gespenstische Ruhe am Roma Termini, mit 150 Millionen Passagieren pro Jahr der verkehrsreichste Bahnhof Italiens. Weegen des Coronavirus ist die Halle ungewöhnlich leer, abgesehen von einigen Menschen, die Schlange stehen, um an eine Reisegenehmigung zu kommen.

Reisen nur mit Genehmigung

Jeder kann Italien von hier aus verlassen, doch da das ganze Land zur roten Zone erklärt wurde, ist es nicht erlaubt, einfach so von einer Stadt zur anderen zu reisen. Dafür braucht man erst ein Formular, das ausgefüllt werden muss. Einige wenige Fälle bekommen dann grünes Licht.

Die Polizei führt Kontrollen am Abfahrts- als auch am Ankunftsbahnhof durch, aber nicht in den Zügen. Die Beamten können den Ausweis von Reisenden verlangen und weitere Fragen stellen, auf Grundlage der Formulare.

"Niemand hätte gedacht, dass es so ernst wird"

Auch im Bahnhof gilt die neue Regel: Abstand halten – mindestens einen Meter. Eine junge Frau hat sich trotzdem bereiterklärt, mit uns zu sprechen. Sie hat Glück und eine Genehmigung bekommen.

„Ich will zu meiner Familie. Ich studiere hier in Rom, aber meine Eltern leben in Arezzo. Und weil die Universität geschlossen wurde, möchte ich die nächste Zeit lieber meiner Familie verbringen", erklärt sie. Die Stimmung im Land empfindet sie als "sehr angespannt, sehr surreal. Niemand hätte gedacht, dass die Situation so ernst werden würde.“

Die Straßen der Hauptstadt sind wie leergefegt. Der Notfallplan wurde noch einmal deutlich verschärft: Alle Geschäfte bis auf Lebensmittelläden und Apotheken bleiben geschlossen. Restaurants dürfen tagsüber öffnen – aber nur, wenn sie einen Mindestabstand von einem Meter zwischen den Gästen garantieren – was oft kaum möglich ist.

Tourismus kommt zum Erliegen

Touristen sieht man kaum mehr und bei denen, die noch da sind, ist die Urlaubsstimmung verflogen: "Alle Restaurants sind ab 18 Uhr geschlossen, wir können uns abends also keine schöne Zeit machen. Wie eine Touristenstadt sieht Rom nicht mehr aus", sagt ein junges Paar.

Das Kolosseum ist eine der Hauptattraktion in Rom. Normalerweise platzt es vor lauter Besuchern aus allen Nähten. Jetzt ist es gespenstisch still. Und das ist erst der Anfang, die neuen Coronavirus-Maßnahmen treten gerade erst in Kraft. In den nächsten Wochen dürften Bilder wie diese für die Menschen in Italien und Rom zur Normalität werden.