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Talfahrt geht weiter: Dax stürzt unter 9000 Punkte

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DAX-Kurve am 26. Februar
DAX-Kurve am 26. Februar   -   Copyright  Frank Rumpenhorst/ AP
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An den Börsen setzt sich die Talfahrt aufgrund der Coronavirus-Pandemi fort. Der deutsche Aktienindex Dax brach in der ersten Handelsstunde um mehr als sechs Prozent ein und sank mit weniger als 8700 Punkten auf den niedrigsten Stand seit Februar 2016. Erst am Donnerstag hatte der Dax mit dem zweitgrößten prozentualen Tagesverlust in seiner gut dreißigjährigen Geschichte geschlossen.

In Madrid verlor der Ibex 35 nach der Öffnung acht Prozent.

Auch in Asien rutschten die Kurse weiter ab. Der japanische Leitindex Nikkei-225 verlor trotz Maßnahmen der Zentralbank gut 2,5 Prozent auf rund 17 000 Punkte. In China ging es für den CSI mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen um mehr als 4 Prozent nach unten.

US-Notenbank greift zu drastischen Mitteln

Am Sonntag hatte die US-Notenbank angesichts der Rezessionsängste wegen der Virus-Krise zu drastischen Mitteln gegriffen. In einer Notfallaktion senkte sie den Leitzins überraschend um einen ganzen Prozentpunkt auf fast null Prozent und kündigte ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken an. Doch auch dies beruhigte die Marktteilenhmer am Montag nicht.

Eigentlich waren die Beschlüsse der Notenbank Fed erst für Mittwoch geplant gewesen - und Analysten hatten nur mit einer Zinssenkung um 0,50 Prozentpunkte gerechnet.

Die Entscheidungen gehen zudem weit über die Zinsen hinaus. Die Fed will die Wirtschaft mit einem 700 Milliarden Dollar schweren Anleihekaufprogramm stützen und Banken vorübergehend Notfallkredite gewähren - wie nach der großen Finanzkrise 2008. Auch ein Abkommen mit anderen Notenbanken zur Liquiditätsversorgung des Finanzsystems mit der Weltreservewährung US-Dollar ist vorgesehen.

Euro-Finanzminister beraten über Krisenpaket

Am Montagnachmittag wollten die Finanzminister der Eurogruppe in einer Videokonferenz über ein umfassendes Krisenpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie beraten. Dies hatte Eurogruppenchef Mario Centeno am Wochenende angekündigt.

Die EU-Kommission hatte am Freitag ein milliardenschweres Notprogramm vorgeschlagen, um Unternehmen und Bürgern in der Coronavirus-Krise zu helfen. So sollen europäische Schulden-, Defizit- und Beihilferegeln so großzügig wie möglich ausgelegt werden, damit die EU-Staaten eigene Nothilfen auflegen können. Darüber hinaus sollen Milliarden aus dem EU-Haushalt umgewidmet werden, um Unternehmen zahlungsfähig zu halten und Investitionen zu ermöglichen.