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Nachschub im Akkord: Atemschutzmasken für Bulgarien

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Nachschub im Akkord: Atemschutzmasken für Bulgarien
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In einer kleinen Textilfabrik in der bulgarischen Stadt Stara Zagora rattern die Nähmaschinen auf Hochtouren. Das Unternehmen stellt Atemschutzmasken her - derzeit im Akkord. Die 25 Vollzeitnäherinnen produzieren bis zu 2000 Stück pro Tag.

Aber auch das ist nicht genug in Zeiten der Covid-19-Krise, sagt die Leiterin der Fabrik, Tanya Slavova. "Nur eine kleine Menge der von uns hergestellten Masken landet auf dem freien Markt, wir sind ein kleiner Betrieb. Und diese Schutzmasken sehen vielleicht simpel aus, benötigen aber viel Zeit, in der Herstellung. Wir verkaufen hauptsächlich an Krankenhäuser und große Unternehmen. Die Liste der Kunden sehr lang."

Eine erste Lieferung mit 8000 Masken wurde an medizinisches Personal verschickt, ein Tropfen auf den heißen Stein. In Bulgarien herrscht gravierender Mangel an Schutzausrüstung. Die Regierung verhandelt derzeit mit mehr als 70 Bekleidungsfirmen. Dabei wird auch an etwaige Exportmöglichkeiten gedacht, allerdings wohl nicht in naher Zukunft.

"Unser Hauptziel ist erst einmal, die Versorgung unserer Stadt zu sichern", so Tanya Slavova. "Wir haben nur sehr wenige Produkte außerhalb unserer Region verkauft. Wir konzentrieren uns wirklich auf lokale Krankenhäuser, medizinische Zentren und Einrichtungen. Wir arbeiten fast ausschließlich in Stara Zagora."

Modell aus Sowjetzeiten

Das Ausgangsmodell stammt übrigens noch aus Sowjetzeiten, erklärt Euronews-Reporter Damian Vodenitcharov. "Masken sind so knapp, dass die Textilindustrie mit der Nachfrage nicht mehr hinterherkommt. Außerdem werden viele Masken aus dem Land geschmuggelt."

Mit der Schließung der Grenzen hat sich auch die Aufgabe der Grenzschützer verändert. Neben Migranten, die sich in Lastwagen verstecken, suchen sie nun auch nach Schmuggelware. Regelmäßig werden in der Türkei gekaufte Produkte, die für den europäischen Schwarzmarkt bestimmt sind, beschlagnahmt.

Schwarzhandel blüht

Eine große Fuhre in Richtung Ungarn mit fast 300 000 Schutzmasken und 20.000 Flaschen mit Handdesinfektionsmitteln wurde an das Gesundheitsministerium übergeben, um intern verteilt zu werden.

Bulgarien erhält auch ganz legal Lieferungen mit Schutzkleidung aus der Türkei. Die Logistik sowohl an der Grenze als auch innerhalb des Landes ist jedoch eine Herausforderung. LKWs werden in Gruppen aufgeteilt und je nach Herkunftsland von der Polizei begleitet.