Eilmeldung
This content is not available in your region

10 Jahre Haft: Islamist wollte mit Rizin-Bombe Klima der Angst

ARCHIV von Juni 2019 Sief Allah H.
ARCHIV von Juni 2019 Sief Allah H.   -   Copyright  FEDERICO GAMBARINI/AFP
Schriftgrösse Aa Aa

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat den Tunesier Sief Allah H. (31) wegen der Herstellung einer biologischen Waffe und Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Der Tunesier mit islamistischer Weltsicht soll das Gift an einem Hamster ausprobiert und Testsprengungen auf einer Grünfläche unternommen habe. Er habe einen Treueeid auf den damaligen IS-Anführer geleistet und sich von IS-Hintermännern beim Bau der Bombe anleiten lassen. Zuvor habe er vergeblich versucht, sich in Syrien am Dschihad zu beteiligen. Zusammen mit seiner Ehefrau habe er tausende Rizinus-Samen gekauft und daraus das hochgiftige Rizin hergestellt.

Erstes Urteil wegen Vorbereitung eines Anschlags mit biologischem Kampfstoff

Der Vorsitzende Richter Jan van Lesen erklärte: "Sie wollten in der deutschen Bevölkerung ein Klima der Angst und Verunsicherung schaffen." Offenbar war das Ehepaar dabei, eine Streubombe mit Stahlkugeln zu bauen, als sie 2018 festgenommen wurden.

"Zum ersten Mal standen Angeklagte in Deutschland vor Gericht, die einen Anschlag mit einem biologischen Kampfstoff vorbereitet haben", sagte eine Vertreterin der Bundesanwaltschaft. Der 31-Jährige habe im dicht besiedelten Köln-Chorweiler und in der Nähe seiner eigenen Kinder einen Anschlag mit einer biologischen Waffe vorbereitet.

"Der Dschihad ist im Islam eine Pflicht"

Der Verurteilte sagte vor Gericht, er habe mit der Bombe nur für den IS trainieren, aber keinen Anschlag begehen wollen. Er erklärte aber auch: "Der Dschihad ist nicht barbarisch, er ist im Islam eine Pflicht."

Auch die Ehefrau und Mutter von sieben Kindern ist nach Auffassung des Gerichts schuldig. Laut Zeugenaussagen soll sie zu ihrem Sohn gesagt haben: "Wenn Allah sagt, wir sollen töten dann töten wir." Das Verfahren gegen die deutsche Ehefrau wird später stattfinden. Das Gericht warf ihren Verteidigern Prozessverschleppung vor. Die Angeklagte hatte am Donnerstag eine 140 Seiten starke Aussage angekündigt.