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Lesbos: Migranten haben Angst vor dem Coronavirus

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Lesbos: Migranten haben Angst vor dem Coronavirus
Copyright  AP Photo/Panagiotis Balaskas
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Auf der griechischen Insel Lesbos wird für ankommende Migranten ein provisorisches Flüchtingscamp errichtet. Das Land ist weiterhin abgeriegelt, um das neuartige Coronavirus einzudämmen. Ehsan aus Afghanistan fühlt sich von den Behörden allein gelassen:

"Sie haben uns gesagt, wegen des Coronavirus müssten wir nun für 14 Tage hierbleiben. Wir sind hier 56 Leute, sie kommen aus Afrika, aus Afghanistan. Man hat uns weder Handschuhe noch Masken zum Schutz vor dem Virus gegeben."

Flüchtlingscamps völlig überfüllt

Nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums leben auf den Ägäis-Inseln Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios zurzeit mehr als 40.000 Migranten. Die Camps bieten jedoch nur Platz für 7.000 Menschen.

Laut Schätzungen der EU-Kommission sind rund 1.500 der Flüchtlinge unbegleitete Minderjährige. Deren Umsiedlung in andere EU-Staaten könnte nach Angaben von EU-Innenkommissarin Ylva Johansson trotz der Coronavirus-Krise bald beginnen.

Minderjährige Migranten bald in EU-Staaten?

Deutschland und einige andere EU-Staaten hatten zugesagt, unbegleitete Kinder und andere Migranten aus den völlig überfüllten Lagern auf den Ägäis-Inseln aufzunehmen.

Für die weiteren Migranten kündigte Johansson außerdem einen Aktionsplan gegen das Coronavirus an. Ältere und Kranke, die von einer Corona-Infektion am stärksten betroffen wären, wolle man isolieren. Im Lager Moria auf Lesbos seien das geschätzt 500 bis 600 Menschen.

Eine Umsiedlung auf das griechische Festland schätzt man als zu riskant ein, weil das Coronavirus dort schon angekommen sei.