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Mittelmeerfischer bleiben an Land: "Es herrscht pure Panik"

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Alfredo Silupu
Alfredo Silupu   -   Copyright  Alvaro Barrientos/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved.
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Die spanische Fischereiindustrie steht zumindest am Mittelmeer vor dem Kollaps. Gerade die Nachfrage nach Frischware ist durch die Schließung fast aller Lokale und Hotels praktisch zum Erliegen gekommen.

Wie etwa in der traditionsreichen Markthalle MercaMálaga in der gleichnamigen südspanischen Mittelmeermetropole fallen die Preise ins Bodenlose. Fünf Euro für ein Kilo fangfrische Doraden - da werfen viele Fischer lieber gleich das Handtuch und laufen erst gar nicht aus.

Fischhändlerin María Josefa Caballero ist ratlos: "Dieser Anblick ist für mich ungewohnt. Ich bin seit 40 Jahren auf dem Markt und habe so etwas noch nicht erlebt. Es herrscht die pure Panik. Wir bekommen Ware für tausend Euro und haben Einnahmen von vielleicht 100 oder 200 Euro. Daran kann ich mich nicht gewöhnen."

Endzeitstimmung in der Markthalle

Auch im MercaMálaga deutet sich so etwas wie Endzeitstimmung an. Obwohl die Preise für Fisch und Meeresfrüchte um durchschnittlich die Hälfte gefallen sind, bleiben die Kunden aus.

Ähnlich trist ist die Lage im Hafen Caleta Velez von Málaga. Nach Angaben des spanischen Fischereiverbandes Cepesca bleiben rund 70 Prozent der Kutter in den spanischen Mittelmeerhäfen.

Javier Garat ist Generalsekretär des spanischen Fischereiverbandes Cepesca: "Viele Fischer und Schiffseigner wollen eigentlich weitermachen. Aber sie sind mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Es gibt nicht genug Gesichtsmasken und andere Schutzbekleidung. Auch die Bewegungsfreiheit und der Warenverkehr sind eingeschränkt. Das betrifft vor allem die Lieferung in andere Länder."

Die Ausgangssperre in Spanien ist bis zum 11. April verlängert worden. Doch viele der rund 30.000 spanischen Fischer sind bereits jetzt in ihrer Existenz bedroht. Auch, weil für sie keine staatlichen Hilfsgelder fließen.