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Chile: Trockenheit verschärft Corona-Krise

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In Chile herrscht seit Monaten Dürre. Dieses Foto stammt von September.
In Chile herrscht seit Monaten Dürre. Dieses Foto stammt von September.   -   Copyright  Esteban Felix/ The Associated Press
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Trockenheit, so weit das Auge reicht: Chile leidet seit Monaten unter einer historischen Dürre, was die Coronavirus-Krise im Land verschärft. Der Peñuelas-See in der Nähe der Küstenstadt Valparaiso im Zentrum des Landes ist wie viele Flüssläufe ausgetrocknet. Rund 1,5 Millionen Menschen sind laut der Organisation Modatima, die sich für freien Zugang zu Wasser einsetzt, auf die Versorgung mit Wassertanks angewiesen.

In der Knappheit sind Hygieneregeln schwer zu befolgen, erklärt der chilenische Greenpeace-Chef Matías Asun: "Man kann mit Seife nichts anfangen, wenn man nicht ausreichend Wasser hat. Tausende Städte im ganzen Land leiden. Tausende Menschen haben nicht genug Wasser, um sich die Hände zu waschen."

Besetzung: ChilenInnen fordern Recht auf Wasser ein

Im Städtchen El Melón bei Valparaiso versuchen sich die BewohnerInnen durch illegale Aktionen zu helfen: Sie besetzen einen Wasserbrunnen, der vom Bergbaukonzern Anglo American verwaltet wird, der hier Kupfer abbaut. Die BesetzerInnen wollen sicherstellen, dass das Wasser zur Versorgung der Bevölkerung eingesetzt wird und nicht für den Bergbau. Hintergrund ist ein noch aus der Pinochet-Zeit stammendes Gesetz, durch das die Wasservorkommen fast vollständig in privater Hand sind, erklärt der Menschenrechtsaktivist Rodrigo Mundaca: "Wir sehen, dass es in einer Situation, in der die Industrie die Priorität hat, weil Wasser in Chile Privatbesitz ist, keine Garantie auf das Menschenrecht auf Wasser gibt und die Bevölkerung in einer Pandemie benachteiligt wird."

Wegen der Dürre gab es bereits Proteste. Monatelang ging die Bevölkerung zudem wegen der allgemein herrschenden sozialen Ungleichheit auf die Straßen - die Corona-Pandemie hat dies vorerst beendet. In Chile gibt es laut WHO offiziell über 4800 Infizierte und 37 Tote.