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Fluggastrechte: EU will Passagiere schützen

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Fluggastrechte: EU will Passagiere schützen
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Auch EU- Verkehrsminister reisen nicht mehr, auch sie besprechen sich jetzt in Videokonferenzen.

Die niederländische Regierung bestätigte schon vor der Konferenz der Minister, das 12 Länder eine europäische Regelung aussetzen wollen, die Fluggesellschaften bisher verpflichtet, stornierte Flüge innerhalb von 7 Tagen zu erstatten.

Unter anderem Zypern drängt darauf, Fluggesellschaften durch Aussetzung der Passagierrechte zu unterstützen.

Yannis Karousos, Zyperns Verkehrsminister argumentiert:

"Ich glaube nicht, dass wir die Rechte der Passagiere verletzen. Das Wichtigste ist, die Arbeitsfähigkeit und damit den ganzen Luftfahrtsektor am Leben zu erhalten, die Konkurse und damit die Zerstörung dieser Branche zu vermeiden".

EU Kommission besteht auf Passagierrechten

Für die Europäische Kommission, Hüterin der EU-Gesetze, ist dies keine Option. Denn es sei die Aufgabe der EU-Mitgliedstaaten, Rückerstattungen an Passagiere durchzusetzen. Zahlreiche Passagiere berichten, dass Fluggesellschaften seit dem Ausbruch der Pandemie nur noch Gutscheine ausstellen, ohne dass die Regierungen eingreifen würden.

Für die Europäische Verbraucherverbände ist klar: Die Passagiere ürfen icht die Probleme der Fluggesellschaften ausbaden.

Ursula Pachl - Stellvertretende Generaldirektorin, BEUC Verbraucherorganisation

"Wir schlagen vor, diese Idee nicht umzusetzen, nicht europäisches Recht zu brechen, nicht die Verbraucherrechte zu beschneiden. Das halten wir für eine schlechte Idee. Die Mitgliedsstaaten sollten lieber gemeinsam Lösungen finden, zum Beispiel einen europäischen Reisefonds auflegen."

Die Länder, die für die Aussetzung der Rückerstattungen sind, argumentieren, Gutscheine seien nach 12 Monaten erstattbar, sollten die bezahlten Flüge dann nicht verbindlich umgebucht sein.

Der Flugverkehr ist in Europa um bis zu 90 Prozent zurückgegangen.

Sperr- und Quarantänemaßnahmen zur massenhaften Annullierung von Flügen geführt haben. Die Fluggesellschaften haben bereits gefordert, ihren KundInnen Gutscheine anstelle von Rückerstattungen anbieten zu dürfen. Damit sollen die Bargeldreserven der Airlines geschont werden.

Die bestehenden EU-Vorschriften besagen jedoch, dass bei der Annullierung eine andere Flugoption oder die Rückerstattung des Tickets angeboten werden sollte. Die Fluggesellschaften können demnach Gutscheine als Kompensation vorschlagen, aber es liegt letztendlich im Ermessen der Passagiere, ob sie diese akzeptieren oder eine Kostenerstattung erhalten wollen.