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Spanien: Das Leben mit der neuen Freiheit

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Spanien: Das Leben mit der neuen Freiheit
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Der Strand von Barcelona. Die Leute joggen, fahren rad und gehen spazieren. Nach sieben Wochen im Lockdown wollen die Spanier mehr, als nur Einkaufen.

"In anderen Ländern gibt es schon erste Lockerungen", sagt eine Passantin, "jetzt wurde auch hier etwas unternommen. Alle sind sehr froh. Ich habe wirklich vermisst, das Meer zu sehen und Sport zu machen."

Rausgehen nur mit Zeitplan

Die Lockerungen in Spanien sind mit bestimmten Zeitfenstern verbunden: Es gibt eines für Familien mit Kindern, eines zum Sport treiben und ein weiteres für ältere und gefährdete Menschen.

Spaziergänger Armand freut sich über die von der Regierung durchgesetzten Maßnahmen: "Der erste Gedanke ist: raus gehen und sich sonnen, einen Spaziergang machen und einfach diese Freiheit genießen. Es ist wie früher in der Schule, wenn du raus rennst auf den Schulhof zum Spielen."

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Jogger Rafal SafeEuronews

Jogger Rafal ist enttäuscht, dass die neuen Regeln nicht immer eingehalten werden: "Ich dachte, die Menschen wären verantwortungsbewusster, aber sie sind es nicht. Ich finde, die Regierung sollte das stoppen - wir sind noch nicht bereit dafür."

Viele Regeln für Einzelhändler

"Wir können nur sehr eingechränkt arbeiten, meint Friseurin Sonia, "es darf nur ein Kunde und ein Friseur im Laden sein. Kollegen, die mehrere Angestellte haben, fragen sich dann natürlich: 'Lohnt es sich überhaupt, wieder zu öffnen?'"

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Friseurin Sonia RuizEuronews

Auch Hotels und Gaststätten leiden. Zurzeit kommen keine Touristen, auch die Stammkundschaft bleibt aus. Restaurantbesitzer Maurizio sieht einer ungewissen Zukunft entgegen:

"Unsere Bar liegt am Meer, wir leben vor allem vom Tourismus. für uns ist es ein Blutbad. Wir können nichts anderes machen, als geduldig zu warten auf das, was kommen wird."

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Gastronom Maurizio de VeiEuronews

Zurzeit können Kunden nur Essen zum Mitnehmen bestellen. In den nächsten Wochen dürfen Bars und Restaurants zwar öffnen, aber nur 30% ihrer Ladenfläche.

Einschnitte für Tourismus

Spanien plant einen Ausstieg aus dem Lockdown in vier Phasen. Das "neue normale Leben" wird nicht vor Ende Juni erwartet.

Die Tourismusbranche hat die meisten Probleme. Denn nach wie vor sind die Grenzen dicht, auch innerhalb des Landes können die Menschen kaum reisen. Es wird ein wirtschaftlicher Schaden von rund 55 Mrd. Euro erwartet- das sind rund 32 Prozent des Brottoinlandsprodukts.