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Polizei-Streife für Senioren in London

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Polizei-Streife für Senioren in London
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Die Londoner Polizei auf Streife in den südlichen Vororten: allerdings jagen diese Polizisten dieser Tage keine Verbrecher, sondern besuchen regelmäßig ältere Menschen, die wegen der Corona-Pandemie alleine daheim isoliert sind.

Sie unterhalten sich mit den Senioren, um sicherzustellen, dass allein lebende ältere Bewohner trotz der Coronavirus-Krise versorgt sind. Mit drei Meter Abstand erkundigen sie sich nach dem Befinden der 94-jährigen Gwendalyn:

"Mich stört das nicht so, ich war jahrelang agoraphobisch und bin kaum rausgegangen, nachdem ich gesehen hatte, wie meine Schwester während des Krieges bei einem Luftangriff getötet wurde. Jetzt gehe ich manchmal raus zum einkaufen und es kommt regelmäßig ein Arzt kommt vorbei, um nach mir zu sehen." Ansonsten redet sie viel mit ihrer Katze- fügt sie noch hinzu.

Die Aktion nennt sich "Operation Nogi", bei der die örtlichen Polizisten seit einigen Wochen die Senioren befragen, ob sie zurechtkommen und wie ihnen geholfen werden könnte.

"Es ist nur ein kurzes Gespräch an der Tür, 10-15 Minuten lang. Wir fragen mit wem sie sprechen, ob ihre Nachbarn nach ihnen schauen, ob sie im nötigen Kontakt mit ihren Pflegeeinrichtungen stehen, ob sie irgendwelche Medikamente brauchen, die wir für sie abholen können, sowas eben", erklärt Polizist Liam Hack.

Es geht dabei auch um Prävention, darum zu verhindern, dass die einsamen Senioren Opfer von Einbrechern oder Betrügern werden- was tatsächlich schon vielen passiert ist.

"Wir haben in den letzten Wochen einen Rückgang der Kriminalität festgestellt, dadurch hat die Polizei die Zeit und Möglichkeit, sich um so etwas zu kümmern", so Hack.

Eine Polizei-Streife für Senioren - auf jeden Fall ein sinnvoller Zeitvertreib für die Beamten in Zeiten von Corona.