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Mehr von zu Hause aus? Die Zukunft der Arbeit nach Corona

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Mehr von zu Hause aus? Die Zukunft der Arbeit nach Corona
Copyright  AP Photo/Petr David Josek
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Die Corona-Pandemie hat die Art, wie viele von uns arbeiten, verändert. Fast 40 Prozent der arbeitenden Menschen in der EU erledigen ihren Job aktuell in der ein oder anderen Form von zu Hause aus.

In den Benelux-Staaten sowie in Dänemark und Finnland ist die Zahl der Menschen im Homeoffice laut Eurofound am höchsten. Am anderen Ende sind Rumänien, Griechenland und Kroatien.

Nicht weniger Arbeitsmarktexperten sagen inzwischen: die Arbeit von zu Hause aus wird zur neue Normalität, und Unternehmen müssen sich daran anpassen.

Die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Joana Breidenbach meint: "Das alte, hierarchische Modell, mit dem wir die letzten hundert Jahre gelebt haben und das auf nationale Industriezeitalter passt, ist in der globalen digitalen Ära nicht mehr zeitgemäß, die viel fluider, flexibler, und dezentralisierter ist."

Zukunftsforscher Dean Van Leeuwen sagt: "Die Kultur entwickelt sich weiter, es geht heute weniger um Kontrolle und Kommando. Die Auffassung ist: wir sind Erwachsene, wir erwarten also, dass du deinen Job machst. Die Leute messen weniger den Input, die Zeit im Büro. Statt dessen wird man viel mehr auf das schauen, was jemand de facto abliefert. Das ist eine wirklich gute Sache."

´Die Verschiebung von Büro zu Homeoffice bedeutet auch, dass Mitarbeiter bereit sein müssen zur Selbstmotivation, sie müssen offen für Veränderungen und resilient sein.

Und noch eine Eigenschaft ist laut Breidenbach wichtig, um in der digitalen Arbeitswelt Erfolg zu haben.

"Arbeitnehmer müssen viel besser kommunizieren können, denn sobald wir aus der Ferne arbeiten und keine festen Strukturen und Prozesse haben, die uns ständig sagen, was wir tun sollen, müssen wir auf transparente und offene Weise miteinander kommunizieren, um effektiv zu arbeiten."

Telearbeit kann dabei ein Problem für die derzeitigen Arbeitnehmerrechte sein. Gewerkschaften erinnern bereits daran, dass Arbeitnehmer bei Heimarbeit dieselben Rechte haben wie im Büro. Allerdings müssen sie Arbeits- und Privatzeit strikt trennen.

Esther Lynch, Vize-Generalsekretärin des Europäischen Gewerkschaftsbundes, sagt: "Es muss feste Grenzen geben und die Arbeitnehmer müssen diese Grenzen deutlich stärker kontrollieren können. Es wird deutlich mehr Vertrauen erforderlich sein, so dass die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern stärker beim Erreichen der Ziele vertrauen. Sie müssen nicht jeden Tastaturanschlag zählen, sie müssen sie nicht beobachten und überwachen."

Und noch eines ist den Gewerkschaften wichtig: Die Kosten der Telearbeit, etwa für Strom oder Arbeitsgeräte, bezahlt natürlich der Arbeitgeber.