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"Aroma wie Aschenbecher": Buschbrände bringen Winzer in Not

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"Aroma wie Aschenbecher": Buschbrände bringen Winzer in Not
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Die verheerenden Buschbrände in Teilen Australiens haben sich auch auf die Weinbaugebiete ausgewirkt.

Die Großfeuer wüteten überwiegend im Südosten des Landes, wo auch der meiste Anbau beheimatet ist. Laut der staatlichen Organisation Wine Australia wurden 60.000 Tonnen Trauben unbrauchbar, der Großteil davon im Bundesstaat New South Wales. Experten wurden davon überrascht.

Angus Barnes von der New South Wales Wine Industry Association sagte: "Früher gab es Brände in der Regel nur in einer Region in den Bundesstaaten Victoria oder Tasmanien, die etwa zwei, drei Tage, höchstens aber eine Woche dauerten. Diese hier aber hielten monatelang an, und es waren die Auswirkungen des Rauchs, die dem Jahrgang wirklich schadeten."

"Aroma wie Aschenbecher"

Äußerlich sind die Schäden oft nicht erkennbar, weil der Rauch die Trauben förmlich durchdrungen hat. Winzer sprechen von einem Aroma wie Aschenbecher.

Winzer Borry Gartrell vom Borrodell Weingut meinte: "Das nächste Buschfeuer war ein paar hundert Kilometer entfernt. Es war also nur Dunst und wir dachten: 'Nun, wir kommen schon klar'. Wir machten also einfach weiter und kümmerten uns um die Trauben bis hinunter zum Draht. Dann kam der Vorschlag, sie vielleicht untersuchen zu lassen. Und als sie getestet wurden, waren die Ergebnisse unangenehm."

Gartrells Wein wurde bereits in der Business Class einer Fluggesellschaft ausgeschenkt:

Der beißende Rauch hatte sich vor allem in New South Wales örtlich über Tage oder Wochen hinweg festgesetzt. Die Folgen für die Landwirtschaft sind noch nicht vollständig erfasst. Gesichert ist nur, dass rote Trauben öfter betroffen sind als weiße.

Wine Australia erklärte, insgesamt seien rund vier Prozent der jährlichen Weinlese ungenießbar. Auf den Export werde sich die Misere aber nicht spürbar auswirken. Dennoch verzeichnen einige Winzer in Australien Totalausfälle.