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EpiShuttle verbessert den Transport ansteckender Patienten

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EpiShuttle verbessert den Transport ansteckender Patienten
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Angesichts der raschen weltweiten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ist ein Hauptproblem für Beschäftigte im Gesundheitswesen, wie infizierte Patienten sicher transportiert werden können. Norwegische Mediziner haben eine Lösung dafür.

Der Schutz des Gesundheitspersonals bei der Betreuung von Covid-19-Patienten und die Eindämmung des Coronavirus gehören zu den Herausforderungen der Pandemie, die die Welt derzeit erlebt. Ein EU-Projekt hat eine sichere Transportmöglichkeit Infizierter entwickelt, das medizinische Verfahren und Technologien zusammenführt.

"Das Coronavirus setzt die Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt unter enormen Druck. Die Nachfrage nach Schutzausrüstung ist hoch", sagt euronews-Reporter Per Oscar Bergfors Nyber. "Und wenn es notwendig ist, einen infizierten Patienten zu transportieren, schützt eine Erfindung aus Norwegen das medizinische Personal vor dem Virus, und auch die lebenswichtige Intensivpflege des Patienten während des Transports ist gesichert."

Ein in Oslo ansässiges Unternehmen hat eine spezielle Isolations-Einheit entwickelt: EpiShuttle ist ein sicheres und effizientes Transportmittel, das die Umwelt vor der Übertragung von Infektionen schützt und gleichzeitig eine medizinische Behandlung während des Transports ermöglicht. Das Gesundheitspersonal kann den Patienten versorgen und dabei jegliches Risiko einer Kontamination vermeiden.

"Wir beobachten jetzt mit Covid-19, dass es viele Infizierte beim Gesundheitspersonal gibt", so Ellen Andersen, Geschäftsführerin EpiGuard. "Deshalb halte ich es für sehr wichtig, dass diese Menschen unter sicheren Bedingungen ihre Arbeit leisten können. Das gilt insbesondere für den Patiententransport, denn im Krankenwagen oder Hubschrauber sitzt man ganz nah beim Patienten."

Revolution beim Transport infektiöser Patienten

Ein Ärzteteam am Universitätsklinikum Oslo entwickelte ein Transportmittel, das eine intensivmedizinische Behandlung ermöglicht. Die Ebola-Epidemie in Sierra Leone von 2014 bis 2016 inspirierte die Entwicklung der medizinischen Isolations-Einheit: Einer der norwegischen Ärzte, die in dem afrikanischen Land arbeitete, war infiziert und musste zur Behandlung nach Hause gebracht werden.

"Es ist äußerst wichtig, dass wir den Patienten während des Transports unabhängig von der Infektion behandeln können. Damit wir die gleichen Optionen und Möglichkeiten haben, wie wir den Patienten behandeln", erklärt Fridtjof Heverdal, Arzt und Gründer von EpiGuard. "Wir können den Patienten intubieren, d.h. wir können eine mechanische Beatmung durch das Gerät hindurch über den Mund des Patienten durchführen. Wir können intravenöse Behandlungen über Ports durchführen. Und wir können den Patienten sehr gründlich mit intravenösem oder intra-arteriellem Monitoring überwachen."

Die Quarantäne-Einheit wurde für den Transport von Patienten konzipiert, die mit Krankheiten wie Ebola, SARS und MERS, aber auch mit anderen Infektionen wie Tuberkulose oder multiresistenten Bakterien infiziert sind. Einer der Vorteile ist, dass Fahrzeuge, die für den Transport infektiöser Patienten verwendet werden, nach dem Einsatz nicht desinfiziert werden müssen. Das Design und die transparente Abdeckung sollen die physischen und psychischen Unannehmlichkeiten bei langen Transporten per Krankenwagen, Hubschrauber oder Flugzeug begrenzen.

"Es ist uns gelungen, ein Produkt zu entwickeln, in dem der Patient liegt, ohne ein klaustrophobisches Gefühl zu bekommen: Man kann sich hineinlegen und gleichzeitig ausruhen", meint Victor Rosenvinge, Leiter des operativen Geschäfts Eker Design.

Verschiedene Krankenhäuser sowie die Königliche Luftwaffe in Schottland, die Königlich-Norwegische Luftwaffe, die Königlich-Dänische Luftwaffe, die Deutsche Luftrettung DRF und die belgische Armee benutzen die Isolations-Einheit bereits für den Transport von Covid-19-Patienten.