Florenz: Die Wiege der Renaissance wankt

Handwerker in Florenz
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Das Kunsthandwerk, Betreiber von Andenkenläden und andere Geschäfte, die auf den Fremdenverkehr angewiesen sind, stehen in der Stadt am Abgrund.

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In einem gewöhnlichen Jahr würde es hier jetzt vor Menschen wimmeln. Der Fremdenverkehr ist für die italienische Stadt Florenz eine wichtige Einnahmequelle. Doch wegen der Coronavirus-Pandemie ist alles anders. Wo sich sonst Touristen drängeln, geht es jetzt gemächlich zu.

Betriebe schließen

Für die Menschen, die auf das Geld der Urlauber angewiesen sind, ist das eine schwierige Lage. Das Kunsthandwerk in Florenz etwa leidet unter den ausbleibenden Besuchern. Schon vor der Pandemie war es für viele nicht leicht. Allein im vergangenen Jahrzehnt mussten rund 180 000 kleine Betriebe schließen. Jetzt sind die Herausforderungen noch größer. Weitere werden aufgeben müssen, andere versuchen, die Saison einfach nach hinten zu verschieben und üben sich in Geduld.

Gabriele Maselli, der Bilderrahmen fertigt, sagt: "Einige Geschäfte öffnen absichtlich nicht, weil keine Touristen da sind. Diese Läden müssen tausende von Euro an Miete oder an Hypotheken zahlen, sie haben Angestellte... Da es kaum Fremdenverkehr gibt, bleiben sie lieber geschlossen und verschieben ihre Wiederöffnung."

Soziale Aufgabe fällt weg

Teilweise befinden sich Kunsthandwerksbetriebe und -geschäfte in Florenz seit Generationen in Familienbesitz. Und sie nehmen eine wichtige gesellschaftliche Rolle ein, erklärt der Weinhändler Gianni Migliorini: "Sonst kommen die Leute her, um zusammenzusein: Essen und Wein sind für sie Mittel, um miteinander zu kommunizieren. Leider fehlt diese soziale Aufgabe unseres Geschäfts in dieser außergewöhnlichen Zeit."

Rund um die Alte Brücke gibt es besonders viele Goldschmieden und Schmuckläden. Doch Umsatz wird hier im Augenblick kaum gemacht.

"Kulturelles Erbe des Landes immer noch geschlossen"

"Die Alte Brücke oder Ponte Vecchio im Herzen von Florenz ist die Wiege der italienischen Renaissance im 15. Jahrhundert. Hier bleiben die Kunstgeschäfte und alteingesessenen Läden dicht. Dies zeigt, dass ein Teil des kulturellen Erbes des Landes immer noch geschlossen ist", so euronews-Reporter Luca Palamara.

Die Hauptstadt der Toskana wartet auf bessere Zeiten. Doch mit jedem Tag, der verstreicht, ohne dass die Urlauber kommen, wird es für viele Kunsthandwerksbetriebe und Andenkenläden immer schwieriger, sich über Wasser zu halten.

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