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Aber bitte nicht am Strand: Lockerungen in Rio trotz dramatischer Todeszahlen

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Polizeikontrolle in Ipanema
Polizeikontrolle in Ipanema   -   Copyright  Silvia Izquierdo/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Brasilien trägt Trauer. Innerhalb eines Tages sind so viele Todesopfer in Zusammenhang mit dem Coronavirus festgestellt worden wie nie zuvor.

Durch die 1.349 Todesfälle stieg die Gesamtzahl laut des Gesundheitsministeriums auf über 32.000. Und es gibt noch keine Anzeichen für eine Abflachung der Infektionskurve.

Brasilien verzeichnet jetzt über 580.000 bestätigte Covid-19-Infektionen. Das sind deutlich mehr als im Krisenstaat Russland und rund doppelt so viele Fälle wie in Großbritannien. Die Dunkelziffer dürfte sogar deutlich höher liegen.

Trotz der Einführung erster mobiler Teststationen wie einer Drive-In-Einrichtung in Curitiba bemängeln Experten, dass umfassende Testreihen viel zu spät veranlasst wurden. Ein Grund dafür ist, dass Präsident Jair Bolsonaro die Pandemie immer noch verharmlost und die meisten Bundesstaaten auf Eigeninitiative setzen müssen.

Vier Millionen Infizierte?

Wissenschaftliche Studien lassen vermuten, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten auch wegen fehlender Laborkapazitäten mindestens sieben Mal höher liegt als die staatlichen Angaben. Das entspräche über vier Millionen Infizierten.

Zu diesen Zahlen verweigerte das Gesundheitsministerium jeden Kommentar. Stattdessen werden Beschränkungen wieder gelockert. In Rio de Janeiro sind Sport und Spaziergänge außer am Strand wieder möglich, obwohl die Metropole hinter São Paulo die höchsten Fallzahlen verzeichnet.

Freude über Gottesdienste

In Kirchen werden wieder Gottesdienste abgehalten. Ein Gläubiger in der Hauptstadt Brasilia sagte: "Wir wissen, dass Isolation wichtig ist im Kampf gegen diese Pandemie. Aber für uns Katholiken ist auch die Kommunion sehr wichtig. Deshalb freuen wir uns über die Messen."

Bolsonaro hat seit Beginn der Pandemie bereits zwei Gesundheitsminister verschlissen. Jetzt trägt Eduardo Pazuello übergangsweise die Verantwortung, ein General und Logistikexperte, der laut Bolsonaro ein erstklassiger Manager sei.