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Fall Maddie: Polizei geht von Mord aus - Verdächtiger im Gefängnis in Kiel

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Gefängnis in Kiel
Gefängnis in Kiel   -   Copyright  Carsten Rehder/(c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Der Mordverdächtige im Fall Maddie McCann sitzt offenbar wegen der Vergewaltigung einer 72-Jährigen in Kiel im Gefängnis. Das schreibt die "Braunschweiger Zeitung". Der Mann hatte die Tat bestritten, war aber in einem Indizienprozess verurteilt worden.

Staatsanwalt Hans Christian Wolters erklärte in Braunschweig: "In Zusammenhang mit dem Verschwinden des dreijährigen, britischen Mädchens, Madeleine Beth McCann am 3. Mai 2007 aus einer Appartmentanlage in Praia da Luz in Portugal ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen einen 43-jährigen deutschen Staatsangehörigen wegen des Verdachts des Mordes. Daraus können Sie entnehmen, dass wir davon ausgehen, dass das Mädchen tot ist."

Bei dem Mann handle es sich um einen mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter, der auch wegen Sexualstraftaten an Kindern der Polizei bekannt ist.

Er habe sich in der infrage kommenden Zeit in Praia da Luz aufgehalten und unter anderem in der Gastronomie Gelegenheitsjobs angenommen.

Seinen Lebensunterhalt habe er durch Straftaten verdient, darunter Einbruch und Drogenhandel.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe

Besonderes Augenmerk lenken die britischen Ermittler auf zwei Fahrzeuge, die der Verdächtige benutzt haben soll, einen Caravan (vom Typ VW T3 Westfalia) und einen Jaguar, (Model XJR 6, mit einem deutschen Kennzeichen).

Wer hat die Fahrzeuge möglicherweise im Frühjahr/Sommer 2007 gesehen?

Mark Cranwell von der Spezialeinheit "Operation Grange" sagt: "Wir appellieren an die Bevölkerung, weil wir alles über die Fahrzeuge wissen wollen. In dem Caravan hat er nämlich gehaust, mit Sicherheit in der Woche vor der Tat. Er fuhr damit herum. Das war seine Basis."

Am Tag nach Maddies Verschwinden sei der Jaguar auf einen neuen Halter umgemeldet worden.

Die Eltern, die unmittelbar nach dem Verschwinden unter Verdacht standen, ließen über ihren Sprecher mitteilen, die jüngsten Ergebnisse seien womöglich "die wichtigste Entwicklung in 13 Jahren". "Was auch immer herauskommen sollte, wir müssen es wissen, weil wir Frieden finden müssen", so Kate und Gerry McCann.