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Verdächtiger im Fall Maddie wegen brutaler Vergewaltigung im Gefängnis

Maddie McCann verschwand in Portugal vor 13 Jahren
Maddie McCann verschwand in Portugal vor 13 Jahren   -   Copyright  AP/AP
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Der Mordverdächtige im Fall Maddie McCann sitzt offenbar u.a. wegen der Vergewaltigung einer 72-Jährigen in Kiel im Gefängnis - das schreibt zumindest die "Braunschweiger Zeitung". Der 43-Jährige hat die brutale Tat bestritten, wurde aber in einem Indizienprozess verurteilt.

In einer Mitteilung sagte der Sprecher der Polizei in Braunschweig, dass im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Madeleine McCann aus einer Appartementanalage im Jahr 2013 in Portugal gegen einen 43 Jahre alten deutschen Staatsangehörigen ermittelt werde wegen des Verdachts auf Mord. "Wir gehen also davon aus, dass das Mädchen tot ist".

Bei dem Mann handle es sich um einen mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter, der auch wegen Sexualstraftaten an Kindern der Polizei bekannt ist

Er sitze derzeit in anderer Sache gerade in Haft.

Der deutsche Tatverdächtige hat - laut dpa - eine aktuelle Haftstrafe fast zu zwei Dritteln verbüßt und stand damit kurz vor der Entscheidung über eine mögliche Freilassung auf Bewährung. Das geht aus zwei Beschlüssen des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 21. April hervor (Az. 6 StR 41/20). Bei den Strafrichtern der Leipziger BGH-Außenstelle ist die Revision des 43-Jährigen in einem anderen Strafverfahren anhängig. Dabei geht es um die Vergewaltigung einer damals 72-jährigen US-Amerikanerin in Portugal im Jahr 2005.

Das Landgericht Braunschweig hatte den Deutschen deshalb am 16. Dezember unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dieses Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Derzeit sitzt der Mann in Kiel eine alte Haftstrafe ab, die das Amtsgericht Niebüll bereits 2011 gegen ihn verhängt hatte. Dabei ging es um Handel mit Betäubungsmitteln. Parallel ist wegen der Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn Untersuchungshaft angeordnet.

Er habe in der infrage kommenden Zeit in einem Haus zwischen Lagos und und Praia da Luz gelebt und unter anderem in der Gastronomie Gelegenheitsjobs angenommen.

Er habe sein Lebensunterhalt durch Straftaten verdient, darunter Einbruch und Drogenhandel.

Die Polizei in Braunschweig ermittelt, weil derVerdächtige vor seinem Auslandsaufenthalt dort seinen letzten Wohnsitz hatte.

Man arbeite eng mit dem BKA und der britischen Met Police zusammen.

"Wir bitten um die Mithilfe der Bevölkerung: Ich kann nur alle aufrufen, auf diesen Aufruf zu reagieren und mitzuhelfen", sagte der Braunschweiger Polizeivertreter.

Grausame Details

Der Tatverdächtige soll die 72 Jahre alte US-Amerikanerin 2005 in Portugal brutal vergewaltigt haben. Er soll die Frau an den Haaren in ein anderes Stockwerk gezerrt, gefesselt und geknebelt haben. Zudem hat er laut Braunschweiger Zeitung die Tat gefilmt. Überführt wurde der Mann später dadurch, dass es ein Video der Tat gab.

Die heute 86-Jährige hat ausgesagt, sie hatte das Gefühl, der Angreifer habe es genossen, sie zu quälen.

Das Video befand sich auf der Kamera des Verdächtigen, die ihm gestohlen wurde. Die Diebe alarmierten die Polizei. Offenbar hatte er noch andere Verbrechen gefilmt.

Hintergund

Die Geschichte der kleinen Madeleine McCann hat jahrelang die Gemüter bewegt. Jetzt ermittelt das BKA gegen einen Sexualstraftäter aus Deutschland, der 2007 - als die damals dreijährige Madeleine aus der Ferienanlage verschwand - in Portugal lebte.

BKA-Ermittler Christian Hoppe sagte in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY", das Handy des Verdächtigen sei zum Zeitpunkt der Tat in der Nähe von Praia da Luz eingeloggt gewesen. Nach Auskunft des Bundeskriminalamtes war er zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve. Er soll in Portugal Gelegenheitsjobs in der Gastronomie gehabt haben.

In Braunschweig informierte die Polizei zu dem Verdächtigen und rief Zeugen auf, sich zu melden.