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Demontagen: BlackLivesMatter nimmt historische Statuen ins Visier

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Statue in Antwerpen
Statue in Antwerpen   -   Copyright  JONAS ROOSENS / Belga / AFP
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Gut zwei Wochen nach dem Tod von George Floyd hat sich die Black Lives Matter Bewegung auch in Europa etabliert und zeigt hier ganz unterschiedliche Gesichter.

In der britischen Universitätsstadt Oxford protestierten zahlreiche Menschen friedlich für die Demontage einer Statue des Unternehmers Cecil Rhodes, dem eine tragende Rolle bei der Kolonialisierung südlicher Teile von Afrika zugeschrieben wird.

Die Entfernung wird schon seit Jahren gefordert, doch erst jetzt signalisierte der Bezirksrat von Oxford City seine Zustimmung.

Antwerpen: Leopold II. im Fokus

In der belgischen Stadt Antwerpen wurden bereits Nägel mit Köpfen gemacht.Vor dem Afrikamuseum musste eine Statue von König Leopold II. dran glauben, dem Begründer des belgischen Kolonialreichs. Unter seiner Ägide wurden im Kongo rund zehn Millionen Menschen getötet. Unbekannte hatten die Statue zuvor mit roter Farbe beschmiert.

Emotionaler, aber auch rabiater agierte die Black Lives Matter Bewegung in der britischen Stadt Bristol, wo die Statue eines Sklavenhändlers aus dem 17. Jahrhundert zu Fall gebracht und ins Hafenbecken bugsiert wurde.

Während der Bürgermeister von Bristol den Verlust der Statue nicht bedauertem verurteilte Innenministerin Priti Patel die Tat als "vollkommen schändlich" und kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

"War ein Rassist"

In London wurde eine Statue von Winston Churchill mit den Worten "War ein Rassist" beschmiert. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan will jetzt prüfen lassen, wie künftig in ähnlichen Fällen mit Denkmälern und auch Straßennamen umgegangen werden soll. Außerdem wurde die Entfernung einer weiteren Statue veranlasst - jene des ehemaligen Sklavenhändlers Robert Milligan am West India Quay.

Der britische Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton forderte von Regierungen in aller Welt, Statuen zu entfernen, die als rassistische Symbole aufgefasst werden könnten. Hamiltons Rennstall Mercedes begrüßte das Vorpreschen seines Top.Fahrers.

Zuvor hatte Hamilton das Schweigen der Königsklasse zu den Anti-Rassismus-Protesten kritisiert und den Motorsport im Allgemeinen als von Weißen dominiert bezeichnet.