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Islamische Bestattung in Italien - Muslimische Gemeinden fordern mehr Friedhöfe

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Etwa 34.000 Menschen sind in Italien an den Folgen der Coronavirus Pandemie gestorben. Auch die muslimischen Gemeinden sind stark betroffen, sie fordern nun mehr islamische Friedhöfe oder zusätzlichen Platz auf den bestehenden Friedhöfen des Landes,

Dazu Boubakeur Gueddouda, Vorsitzender des islamischen Zentrums in Mailand:

"Die Pandemie hat uns daran gehindert, unsere Toten heimzubringen. Als Muslime sind wir verpflichtet, die Beerdigung unverzüglich vorzunehmen und wir sind dabei auf viele Schwierigkeiten gestoßen. Aber dank des guten Willens der Verantwortlichen vor allem in den Präfekturen, haben wir die Probleme gelöst. Es stimmt, dass einige Tote zehn bis fünfzehn Tage zu Hause geblieben sind".

Durch die Coronaviruskrise ist der Flugverkehr zum Erliegen gekommen. Infolgedessen konnten Muslime nicht in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden, wie es früher üblich war. In einigen Fällen fanden Bestattungen in weit entfernten Gemeinden statt.

Italiens Muslime sind rund 2,6 Millionen, das sind 4,3 Prozent der Bevölkerung. Italien zählt nur 76 islamische Friedhöfe im Land. Auf dem Friedhof von Bruzzano, am Stadtrand von Mailand, ist die verstorbene Frau von Mustapha Moulay im muslimischen Teil eines überwiegend römisch-katholischen Friedhofs beerdigt worden.

"Was soll ich tun? Ich gebe nicht dem Krankenhaus die Schuld und gebe auch nicht der italienischen Regierung die Schuld. Die sind weit weg von mir".

Aufgrund der Coronavirus Pandemie haben die italienischen Gemeinden auf die Forderung nach mehr Platz für muslimische Bestattungsplätze positiv reagiert. Rund 150 Gemeinden wollen der Forderung nachkommen.

Der erste muslimische Friedhof in Italien wurde 1865 in Triest eröffnet, 1974 wurde in Rom eine muslimische Begräbnisstätte errichtet.