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Streit um Polizeigewalt: Beamte legen Handschellen nieder

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Streit um Polizeigewalt: Beamte legen Handschellen nieder
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Die französische Polizei steht wegen angeblicher Brutalität gegen ethnische Minderheiten unter intensiver Beobachtung.

Es ist ein historischer Konflijkt, der durch den Tod von George Floyd hochkocht. Gewerkschafter wehren sich.

Xavier Leveau von der Unité SGP Police-Force Ouvrière stellte fest: "Die Polizei ist ein Abbild der französischen Gesellschaft. Viele denken, dass die Polizei rassistisch ist, dabei gibt es bei uns Menschen aus allen ethnischen Gruppen, und wir arbeiten alle gut zusammen."

Wie in den USA geht es um Methoden, mit denen Verdächtige festgehalten werden. Nach einer Überprüfung kündigte der französische Innenminister Christophe Castaner ein Verbot der Strangulierungsmethode an: "Die französische Polizei ist nicht die amerikanische Polizei. Berechtigte Fragen mussten gestellt werden. Nach mehreren Monaten Arbeit hat mir die Kommission ihre Ergebnisse vorgelegt, und ich beschloss, Maßnahmen zu ergreifen, weil niemand bei einer Festnahme in Lebensgefahr geraten sollte. Die Würgegriffmethode, die so genannte Strangulierungsmethode, wird aufgegeben und in Polizei- und Gendarmerieschulen nicht mehr gelehrt werden."

Erschwerte Arbeitsbedingungen

Als Reaktion darauf erklärten Polizeigewerkschaften, dass die Regierung eine ohnehin schon schwierige Arbeit noch schwieriger und gefährlicher mache.

Dazu noch einmal Gewerkschafter Xavier Leveau: "Eine Kopfstütze ist beim Anlegen von Handschellen sehr wichtig. Wir werden niemand acht Minuten lang festhalten, wir machen das nur während des Anlegens der Handschellen. Und gegenwärtig haben wir keine Ersatztechnik. Wie machen wir das jetzt also?"

Didier Lallement, der Polizeipräfekt von Paris, erklärte über Twitter: "In dieser ganz besonderen Zeit, in der unser Handeln ständig und immer aggressiver hinterfragt wird, möchte ich Ihnen sagen, dass sie nicht zweifeln sollten."

Auch an diesem Freitag versammelten sich zahlreiche Polizisten und Gendarmen in Paris, um gegen Rassimusvorwürfe zu protestieren. Sie beklagten, dass ihre Stimmen in einer die Nation spaltenden Debatte nicht gehört würden. Die dünne blaue Linie, so sagen sie, sei bis an die Grenze gedehnt worden.