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Spike Lee über Rassismus und die Hölle von Vietnam

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"Da 5 Bloods"  - Netflix
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Mit seinem neuen Film "Da 5 Bloods" trifft US-Regisseur Spike Lee wieder einmal genau den Nerv der Zeit. Der Streifen behandelt die Erlebnisse schwarzer US-Soldaten in Vietnam.

Es geht um das Kriegstrauma, aber auch die ungleiche Behandlung und letztlich die Frage, was Patriotismus für Afroamerikaner bedeutet.

Wieder hat Spike Lee viel Archivmaterial in seinen Streifen einfließen lassen - aber auch persönliche Erinnerungen aus seiner Kindheit und Jugend.

"Der Vietnamkrieg war der erste, der über das Fernsehen direkt in amerikanische Haushalte gelangte. Ich schaute damals Nachrichten und kann deswegen vieles, was ich erlebt habe, noch einmal Revue passieren lassen. Ich wurde zum richtigen Zeitpunkt geboren, ich war alt genug, um zu verstehen, was vor sich ging, aber zu jung, um eingezogen zu werden."

Kanonenfutter in Vietnam

Der Film dreht sich um vier Vietnamveteranen, die in den Dschungel zurückkehren, um ihre Kriegserlebnisse aufzuarbeiten. Im Vietnamkrieg waren es neben Weißen aus der Unterschicht und Menschen lateinamerikanischer Herkunft vor allem Schwarze, die kämpfen mussten und starben.

Ein bislang kaum auf der Leinwand thematisiertes Problem und von großer Aktualität angesichts der Massenproteste gegen Rassismus nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd.

"Ich möchte, dass die Zuschauer nach diesem Film merken, wie ungenau Afroamerikaner im Vietnamkrieg und im Leben dargestellt werden", sagt Schauspieler Isiah Whitlock Jr. "Der Film ist in gewisser Weise eine Art Metapher für diese Fehldarstellung."

Der Film hätte in Cannes vorgestellt werden sollen und startet nun auf Netflix.