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25 Kilo weniger: Die Covid-19-Leiden des Vicente M.

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Vicente Marques in der Reha in Porto
Vicente Marques in der Reha in Porto   -   Copyright  Euronews
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Der Portugiese Vicente Marques hat Covid-19 überlebt. Soviel vorab. Er war sechs Wochen auf der Intensivstation, wurde künstlich beatmet und bekam einen Luftöhrenschnitt.

Riskante Eingriffe, die schwer vernarben und durch die er 25 Kilogramm verlor. Am 21. Mai war er in die Nord-Reha-Klinik bei Porto eingeliefert worden.

Physiotherapeutin Inês Machado Vaz schilderte: "Auf der Intensivstation wurde er sehr schwach, hatte Schluckbeschwerden und litt an Heiserkeit, weil er lange intubiert wurde; er hat ein Geschwür und leidet an neuropsychologischen Folgekrankheiten, die nach einer langen kritischen Erkrankung allerdings normal sind."

Vicente Marques sag rückblickend: "Ich war immer ein gesunder Mensch. Ich war niemals in meinem Leben krank. Und dann konnte ich noch nicht mal mehr kleine Handgriffe erledigen oder mich überbeugen, um mir die Schnürsenkel festzuzuziehen."

Gruppentherapie mit vielen Facetten

Vicente und sechs andere Patienten, die an Covid erkrankt waren, nehmen an einem Programm der Nord-Reha-Klinik teil, bei dem Krankengymnastik, Beschäftigungstherapie, Ernährung, Sprachtherapie und Neuropsychologie auf dem Programm stehen. Ziel ist, dass die Patienten wieder auf die Beine kommen und so unabhängig wie möglich werden.

Vicente Marques sagt zum Stand seiner Genesung: "Ich kann mich schon allein hinstellen. Ich kann mich bewegen. Gehen darf ich nur in Begleitung, denn sie haben Angst, dass ich das Gleichgewicht verliere. Ich kann allein duschen und mich anziehen. Ich werde so autonom, wie ich es vorher war."

Die körperlichen Schäden bekommt Vicente also allmählich in den Griff. Doch seelisch wird seine Genesung länger dauern. Kurz, nachdem er aus dem Koma erwachte, fand er heraus, dass seine Schwester an Covid 19 gestorben war. Zusätzlicher seelischer Ballast für den ohnehin schon leidgeprüften Vicente Marques.