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Coronavirus-Hotspot Berlin? Ernste Situation in Neukölln, Quarantäne für 369 Haushalte

Berlin hat 7401 bestätigte Fälle des Coronavirus erfasst.
Berlin hat 7401 bestätigte Fälle des Coronavirus erfasst.   -   Copyright  Michael Sohn/AP
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Während die Coronavirus-Infektionen in Deutschland weiter konstant bleiben, gibt es im Berliner Bezirk Neukölln ein neues Cluster. In einem Gebäudekomplex mit mehr als 130 vermieteten Wohnungen sind mindestens 70 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

In den Apartments leben nach Angaben des Bezirks teilweise viele Menschen auf wenig Wohnraum, die Ansteckungsgefahr ist hoch. Das Bewusstsein für das Infektionsrisiko aber sei gering.

Die Haushalte wurden unter Quarantäne gestellt, die Menschen dürfen ihre Wohnungen also nicht verlassen, erklärte der Bezirksstadtrat für Gesundheit, Falko Liecke (CDU) am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz. Betroffen sind 369 Haushalte.

Allerdings würden sich viele Menschen an die Ausgangssperre halten, bedauerte der Bezirksbürgermeister Martin Hikel. Man befinde sich nicht in einem Polizeistaat, so der SPD-Politiker, man sei ganz einfach darauf angewiesen, dass sich die Leute an die Anweisungen halten.

Neue Infektionen im Zusammenhang des Clusters in Neukölln sind mittlerweile auch in Wedding, Reinickendorf, Charlottenburg, Marzahn-Hellersdorf und Spandau bekannt geworden.

Vom Skiclub in die Mietskaserne

Hikel sagte er sei "besorgt", auch wenn die Zahlen bisher nicht alarmierend seien. Es treffe derzeit "die schwächsten der Gesellschaft", die nicht viele Ausweichmöglichkeiten haben. "Das Coronavirus ist tatsächlich vom Skiclub in der Mietskaserne angekommen".

14 Mitarbeiter des Bezirksgesundheitsamts sind im Einsatz, um die Bewohner zu testen.

Coronavirus: Die Lage in Berlin

Insgesamt hat Berlin nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung bisher 7401 bestätigte Fälle des Coronavirus erfasst (Stand 16. Juni 12 Uhr). Die meisten Infektionen gibt es demnach in Mitte (1078 Fälle), die meisten Infizierten gibt es in der Altersspanne zwischen 30 und 39 Jahren.