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Multidisziplinär und länderübergreifend gegen Covid-19

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Multidisziplinär und länderübergreifend gegen Covid-19
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11 europäische Länder und 22 meist öffentliche Institutionen arbeiten gemeinsam gegen das Coronavirus: Eine verstärkte epidemiologische und virologische Covid-19-Überwachung in der Primärversorgung und in Krankenhäusern ist das Ziel eines europäischen Projekts, in dessen Rahmen auch die Wirksamkeit des künftigen Impfstoffs evaluiert werden soll.

Mit einem Impfstoff wird alles viel einfacher

In Écully, in der Nähe von Lyon, hat Elliot einen Termin bei seinem Arzt. Der junge Mann hat Husten und Fieber. Symptome, die nach Coronavirus klingen. Sein Hausarzt nimmt an einem der von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojekte teil. Ziel: Untersuchung von Daten über COVID-19-Fälle und, langfristig, der Funktionsweise zukünftiger Impfstoffe und Gegenmittel. Man will möglichst viel Informationen sammeln. Die Partner in allen teilnehmenden Ländern wenden dabei die gleiche Methodik an.

"Die Ausgangsbeschränkungen werden mehr und mehr aufgehoben", erklärt Dr. Laurent Combes. "Wir versuchen derzeit, so schnell wie möglich neue Fälle zu identifizieren und zu isolieren, um eine neue Ansteckung und einen Rebound-Effekt zu vermeiden. Wir erwarten von einem Impfstoff, dass er den Ausbruch beendet. Sobald wir den Impfstoff haben, wird es viel einfacher sein".

Das Projekt wird aus europäischen Fonds für Forschung und Innovation im Bereich Synergie von der EU-Kohäsionspolitik mit mehr als 2,8 Millionen Euro unterstützt. Es gibt 22 Partner, meist öffentliche Einrichtungen aus einem Dutzend europäischer Länder: Albanien, Belgien, Irland, Litauen, Niederlande, Portugal, Großbritannien, Schottland, Rumänien, Schweden, Frankreich, Spanien.

Die virologischen Analysen aus allen Ländern werden am Gesundheits-Institut Carlos III in Madrid koordiniert. Das Projekt "I-Move-Covid 19" wurde von einem Team entwickelt, das bereits mit dem Grippe-Virus eine ähnliche Aufgabe hatte. Die Virologen sind für die Genom-Sequenzierung der gesammelten Coronaviren zuständig. Bislang wurden drei Typen von SARS-CoV2 entdeckt, mit sehr geringen Variationen.

"Kurzfristig werden wir wissen, ob es neue Virus-Untergruppen gibt und wie ihre Verbreitung in den am Projekt teilnehmenden Ländern aussieht", sagt der Virologe Francisco Pozo vom Gesundheits-Institut Carlos III. "Wenn dann der Impfstoff und die Virostatika kommen, sind wir vorbereitet und können untersuchen, ob jede dieser Gruppen gleichermaßen darauf ansprechen."

Die Forscher führen außerdem eine Studie durch, um herauszufinden, welche Faktoren dazu beitragen, dass sich das Krankenhauspersonal infiziert oder eine Person schwerere Formen der Krankheit entwickelt. Die Informationen werden mit Wissenschaftlern aus anderen Ländern ausgetauscht.

Im Mai schätzte die Projekt-Koordinatorin, dass es einen Impfstoff frühestens in 12 Monaten geben wird:

"Die pharmazeutische Industrie ist nicht an der Bewertung des Impfstoffs beteiligt", so Marta Valenciano. "Wir sind ein multidisziplinäres Team. Es gibt Virologen, Epidemiologen, Ärzte, Biostatistiker. Es ist eine multidisziplinäre, länderübergreifende Arbeit, von der wir hoffen, dass sie wichtige Ergebnisse auf europäischer Ebene liefern wird."

Elliot hat kein Covid-19. Wissenschaftler arbeiten fieberhaft daran, das Virus zu besiegen. Damit Covid-19 irgendwann eine Krankheit wie jede andere ist.