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200. Meile und "Kung Flu": Trump macht Wahlkampf in Arizona

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200. Meile und "Kung Flu": Trump macht Wahlkampf in Arizona
Copyright  AP Photo/Evan Vucci
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Mit einer handschriftlichen Widmung hat US-Präsident Donald Trump im Bundesstaat Arizona die Fertigstellung der 200. Meile der Grenzmauer zu Mexiko gefeiert und Letztere als Bollwerk gegen illegale Einwanderung gelobt.

Die Zahlen der Grenzübertritte seien im Vergleich zum Vorjahr um 84 Prozent niedriger. Illegale Grenzübertritte von Menschen aus Zentralamerika hätten sogar um 97 Prozent abgenommen. Auch beim Kampf gegen Corona habe sich die Mauer als Schutzwall bewährt, so Trump.

"Wir nennen sie Grenzgänger"

Unter Einsatz der Notfallbehörden des Gesundheitswesens habe man eine Coronavirus-Katastrophe an der Südgrenze verhindert, den Menschenschmuggel unterbunden und Reisende rasch zurückgeschickt. "Wir nennen sie Grenzgänger", so Trump wörtlich, "sie überqueren, und wir bringen sie sofort zurück..."

Grenzschutzbehörden können Migranten seit März nach einem illegalen Grenzübertritt in ihre Heimatländer zurückschicken. Begründet wurde die Maßnahme - die im Mai auf unbestimmte Zeit verlängert wurde - mit der Corona-Krise.

Der Besuch in Arizona erfolgte zu einem kritischen Moment in Donald Trumps Wahlkampfstrategie. Der Auftakt vor halb leeren Rängen am vergangenen Wochenende in Tulsa, Oklahoma, verlief eher enttäuschend. Nun versucht Trump, die Aufmerksamkeit auf die Kernthemen seiner Politik zu lenken. Der Bau der Mauer war ein zentrales Wahlversprechen 2016.

"Kung Flu, ja, Kung Flu"

Bei einem anschliessenden Auftritt vor Anhängern in Phoenix legte Trump noch mal eines drauf und bezichnete - Rassismus-Vorw¨ürfen zum Trotz - das Coronavirs erneut als "Kung Flu".

Er kenne "19 oder 20 Namen" für das Virus, das zunächst in China festgestellt worden war und sich dann über die Welt verbreitete. "Es gab noch nie etwas, wofür es so viele Namen gab", sagte Trump.

Als aus dem Publikum in Phoenix "Kung Flu"-Rufe ertönten, sagte der Präsident: "Kung Flu, ja, Kung Flu". Daraufhin bekam er tosenden Applaus.

Trump hatte erstmals am Samstag bei einer Wahlkampf-Kundgebung in Tulsa (Oklahoma) gesagt, er kenne für das "chinesische Virus" verschiedene Namen, darunter "Kung Flu". Er sah sich daraufhin Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt, denen das Weiße Haus widersprach. Sprecherin Kayleigh McEnany sagte vor Trumps Auftritt in Arizona, Trump habe nur auf die Herkunft des Virus aufmerksam machen wollen.

In den USA steigen die Zahlen der Neuinfektionen durch das Virus in zahlreichen US-Bundesstaaten an. Trump hat das Coronavirus entgegen der Einschätzung von Experten wiederholt mit einer Grippe verglichen - auf Englisch "Flu".