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42,4 % der Bewohner von Ischgl hatten das Coronavirus

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Apres-Ski in Ischgl
Apres-Ski in Ischgl   -   Copyright  AP Video
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Der international beliebte österreichische Skiort Ischgl gilt als einer der großen Herde für Coronavirus-Infektionen, die von Urlaubern in andere Länder eingeschleppt wurden. Jetzt hat die Universität Innsbruck eine Studie zu den Antikörpern der Einwohner von Ischgl gegen das Sars-CoV-2 veröffentlich.

Ziel der am Donnerstag vorgestellten Studie war es, herauszufinden, wie hoch die Durchseuchungsrate in dem Hotspot ist. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Mehr als 42 Prozent der dort lebenden Menschen haben nach Ansicht der Wissenschaftler Antikörper gegen Coronaviren oder das neuartige Coronavirus mit dem Namen Sars-CoV-2. Das sei der höchste bisher publizierte Wert, so Studienleiterin Dorothee von Laer bei der Pressekonferenz. Allerdings könne man nicht von einer Herdenimmunität sprechen.

Insgesamt 1.473 Probanden,1.259 Erwachsene und 214 Kinder aus insgesamt 479 Haushalten, nahmen an der Studie teil, das entspricht insgesamt 79 Prozent der Ischglerinnen und Ischgler.

Viele Asymptomatiker

Der weitaus größte Teil der Personen, bemerkte die Infektion nicht: Das trifft laut Medizinern aus Innsbruck auf 85 Prozent der positiv auf Antikörper getesteten Personen zu. "Das zeigt uns ein weiteres Mal, dass viele Corona-Fälle unbemerkt bleiben", so Epidemiologe Peter Willeit.

Zahlreiche Probanden litten eigenen Angaben zufolge unter Geschmacks- und Geruchsverlust in den Wochen bevor sie getestet wurden. Obwohl nur wenige von ihnen zuvor als Coronavirus-Infizierte galten, testeten "quasi alle" hinterher positiv auf die Antikörper.

Auch seien Kinder deutlich weniger betroffen gewesen von einer Erkrankung - bemerkt oder unbemerkt. Bei den untersuchten Kindern unter 18 Jahren wiesen nach Angaben der Studienleitung 27 Prozent Antikörper auf.

Ischgl war in die Kritik geraten, weil die Behörden trotz Kenntnis von Covid-Fällen, die in andere Länder eingeschleppt wurden, nur langsam auf den Ausbruch während der Skisaison reagiert haben.

Mehr als 5.000 Personen hatten sich im Mai bei einer österreichischen Verbraucherschutzorganisation gemeldet, die gerichtlich gegen das Bundesland Tirol wegen der Verbreitung des Coronavirus vorgehen wollte, darunter 3680 Urlauber aus Deutschland, 526 aus den Niederlanden, 152 aus Großbritannien und 133 aus der Schweiz.