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Antikörper-Massentests und Verwirrung um Zahlen aus Russland

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Antikörper-Massentests und Verwirrung um Zahlen aus Russland
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Russland hat fast 20 Millionen Tests auf das Coronavirus durchgeführt. Das ist nach Angaben der nationalen Agentur für Verbraucherschutz die weltweit zweithöchste Rate hinter den USA.

Inzwischen haben einige Regionen im Rahmen einer Studie über die Immunität der Bevölkerung mit groß angelegten Untersuchungen auf Antikörper gegen das Coronavirus begonnen.

Natalya Krasnopeewa ist Pressesprecherin der Nationalen Agentur für Verbraucherschutz in der Region Krasnojarsk: "Dieser Test wird nicht durchgeführt, um festzustellen, ob jemand krank ist oder nicht. Es handelt sich nicht um eine Beurteilung des Gesundheitszustands, sondern des Immunitätszustands. Ermittel wird. in welchem Umfang eine Person mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen ist und eine Art von Immunität gebildet hat."

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität gibt es in Russland 633.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Damit liegt das Land statistisch hinter den USA und Brasilien, aber vor Indien und Großbritannien.

Die Zahl der Covid-19-Todesopfer lag an diesem Sonntagabend bei 9.060. Das sind knapp hundert mehr als in Deutschland.

Laut der Agentur für Verbraucherschutz stehen etwa 300.000 Menschen mit Verdacht auf Covid-19 unter ärztlicher Aufsicht.

Wegen der Coronavirus-Pandemie gelten bei der Abstimmung über das Verfassungsreferendum besondere Regeln. Wahlhelfer kommen zu älteren Menschen in Heimen.

Dmitri Lovetsky/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
Stimmabgabe bei St. PetersburgDmitri Lovetsky/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved

Verwirrende Zahlen

Die Agentur für Verbraucherschutz, auch bekannt als Föderaler Dienst für die Aufsicht im Bereich Verbraucherschutz und Schutz des menschlichen Wohlergehens (Rospotrebnadsor), steht aber auch in der Kritik. International wundert sich die Fachwelt über die vergleichsweise geringe Zahl von Covid-19-Todesofern in Russland. Dahinter stecken wahrscheinlich mehrere Faktoren.

So scheint sich die Erfassung von Daten von Region zu Region zu unterscheiden. Seltsam mutet auch die Zahl der Todesfälle unter Ärzten an. Wie beispielsweise die Deutsche Welle berichtete, veröffentlichte das russische Gesundheitsminsisterium Ende Mai eine Liste mit den Namen von 101 Medizinern.

Auf einer von Ärzten selbst geführten Liste waren zu dem Zeitpunkt allerdings schon über 400 Mediziner aufgeführt, die an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben sind.