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Serbien: Demonstranten demonstrativ um Frieden bemüht

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Serbien: Demonstranten demonstrativ um Frieden bemüht
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Trotz eines Versammlungsverbots haben am Donnerstag den dritten Abend in Folge wieder Tausende in Belgrad gegen Präsident Aleksandar Vučić und die von ihm verhängten Corona-Restriktionen demonstriert. Anders als zuvor bemühten sich die Demonstranten kollektiv um einen friedlichen Verlauf.

Nehmt Randalierer fest, schlagt nicht das Volk
Demonstranten
in Belgrad

Tausende setzten sich vor dem Parlament nieder. Die Menge sang «Setzt Euch hin», als kleine Gruppen zum Gebäude vordringen wollten. Einige hielten der Polizei Schilder mit der Aufschrift «Nehmt Randalierer fest, schlagt nicht das Volk» entgegen.

Wenige Stunden zuvor hatte die Regierung Ansammlungen von mehr als 10 Personen verboten. Die Maßnahme löste ein Ausgehverbot ab, das Präsident Aleksandar Vučić angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verhängt hatte.

Aleksandar Vučić, serbischer Präsident, während eines Paris-Besuchs:

"Ob die Position Serbiens schlecht ist, weil jemand Steine wirft? Es ist keine angenehme Situation, aber ich kann nicht jammern und weinen. Diejenigen, die dies getan haben, haben es absichtlich getan, nicht nur um Polizisten zu verletzen, sondern um Serbien schweren Schaden zuzufügen."

AUSGEHVERBOT ZURÜCKGENOMMEN

Gegen das Ausgehverbot war es am Dienstag und Mittwoch zu heftigen Protesten mit Krawallen gekommen. Die EU-Kommission hatte angesichts der Unruhen zur Deeskalation aufgerufen und gemahnt, auch während der Corona-Pandemie Grundrechte und Freiheiten nicht unverhältnismäßig einzuschränken.

Am Dienstag hatten die serbischen Behörden 13 Corona-Tote binnen 24 Stunden registriert – so viele wie nie zuvor in Serbien. Kritiker werfen Vučić vor, die Corona-Beschränkungen aus taktischen Gründen vor den Parlamentswahlen am 21. Juni zu früh gelockert zu haben – seine Fortschrittspartei (SNS) hatte haushoch gewonnen.

su mit dpa