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Das flammende Inferno bei Athen 2018: Auf einen Schlag erwachsen

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Das flammende Inferno bei Athen 2018: Auf einen Schlag erwachsen
Copyright  Thanassis Stavrakis/Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
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Im Sommer 2018, am 23. Juli, begann am Berg Pentelli des griechischen Attika etwas, was zum flammenden Inferno werden sollte, einer der größten städtischen Katastrophen des 21. Jahrhunderts.

Das Feuer breitete sich rasend schnell aus und forderte am Ende 102 Menschenleben. Zwei Jahre später sind die Erinnerungen noch immer nicht verblasst.

Besonders für die Kinder war die Erfahrung traumatisch. Die Bilder, die sie vor allem in diesen ersten Tagen sahen, haben sich tief in ihre Seelen gebrannt.

Ich habe einen posttraumatischen Stress durchlebt, ich glaube, ich komme jetzt langsam darüber hinweg Es waren zwei schwierige Jahre, die Taubheit der ersten Tage, die Leichen, die wir gesehen haben und mit denen man irgendwie leben musste. Wir sind nicht weggezogen, das hat uns abgestumpft, und dieses Gefühl ist immer noch da.
Aphrodite Hatzianastasiadi
Erlebte den Brand als junges Mädchen

Für viele ist es noch immer schwer, über diese Tage zu sprechen, an denen sie erwachsen wurden, von einem Tag auf den anderen.

Jeder von uns musste sich Ereignissen und Situationen stellen, mit denen er wegen seines Alters nicht umgehen konnte. Wenn man am Strand ist und nicht weiß, ob die Eltern noch leben, weil sie versuchen, das Haus zu retten. Es herrscht Panik, im dem Moment mussten wir reif genug sein und unsere Kindheit hinter uns lassen und das tun, was unsere Mütter für unsere Geschwister oder unsere Cousins tun würden.
Lydia Kavalierou
Kann die Angst nicht vergessen

Die Veränderung der Landschaft, die Wiedergeburt der Natur haben Hoffnung geweckt.

Vor kurzem wurde eine Untersuchung bekannt über die Ursachen der Tragödie. Es gab Enthüllungen, die auf Korruption bei der Feuerwehr hindeuten. Sie haben Fassungslosigkeit und Zorn ausgelöst.

Unsere Wunden bluten immer noch, es gibt noch immer viel Schmerz und viel Wut. Alle Bewohner sind Beispiele einer Widerstandskraft gegen das, was sie durchmachen mussten, nicht nur an diesem Tag, sondern auch in den Monaten nach der Tragödie. Es dauerte, bis sie herausfanden, mit wem, wann und wie sie bei den Regierungsstellen sprechen konnten, um etwas in Ordnung zu bringen.
Giorgo Spanos
Lebt im Brandgebiet

Zwei Jahre nach der Tragödie fordern die Überlebenden immer noch dasselbe: Gerechtigkeit für die 102 Opfer, die Verletzten und die Menschen, die ihr Zuhause verloren haben. Sie sagen, nichts wurde getan, um ihre Wunden zu heilen.