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Quarantäneverstöße: Österreichs Gerichte greifen hart durch

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"Maskierter" Kaiser Franz Joseph in St. Wolfgang
"Maskierter" Kaiser Franz Joseph in St. Wolfgang   -   Copyright  Kerstin Joensson/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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In Österreich führen Quarantäneverstöße mittlerweile zu Haftstrafen, denn nicht alle an Covid-19 Erkrankten sind bei Behördenkontrollen zuhause anzutreffen. Zuletzt hat der Fall einer 49-jährigen Klagenfurterin für Aufsehen gesorgt, die als erste Quarantänemissachterin vor einem österreichischen Gericht verurteilt worden ist.

Nur wenige Tage nachdem die Frau positiv auf das Coronavirus getestet worden war, ist sie in einen Klagenfurter Supermarkt gegangen, um an einem Postschalter Geld zu überweisen. Ob sie dabei eine Maske getragen hat, ist unklar.

Verurteilte Frau wollte kranker Tochter helfen

Vorm Landesgericht Klagenfurt begründete die gebürtige Bosnierin den Quarantäneverstoß mit einem familiären Notfall. Sie habe ihrer kranken Tochter Geld schicken müssen.

Die Konsequenz: 800 Euro Strafe und sechs Monate bedingte Haft (Bewährungshaft). „Weil sie die Gefahr für Menschen von sich als Covid-19-Trägerin zu verantworten gehabt hat“, so Christian Richter Liebhauser-Karl (Landgericht Klagenfurt) gegenüber Euronews über das relativ harte Urteil.

Gericht: Hartes Urteil, um andere abzuschrecken

Laut Forschern besteht ein hohes Infektionsrisiko, wenn man sich in einem geschlossenen Raum nahe einer Person mit hoher Virenlast aufhält.

Das Gericht wollte diesbezüglich ein Warnsignal abgeben. „Das ist das Wesentliche, der generalpräventive Aspekt, das heißt andere abzuschrecken, ähnliche Straftaten zu begehen“, erklärt Liebhauser-Karl.

Weitere Strafverfahren

Bei dem einen abschreckenden Urteil wird es aber wohl nicht bleiben. Gleich mehrere Strafverfahren wegen Quarantäne-Verstöße sind in Österreich derzeit anhängig oder in Berufung. Dabei drohen sogar noch höhere Strafen.