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Peinliche Panne: 900 positiv Getestete in Bayern nicht informiert

Markus Söder ARCHIV
Markus Söder ARCHIV   -   Copyright  Peter Kneffel/(c) dpa-Pool
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Eigentlich wollte Markus Söder jetzt nach Schleswig-Holstein ans Meer reisen, aber die Testpanne in Bayern ist so peinlich, dass der Ministerpräsident zu Hause bleibt. Es wird erst mal nichts aus dem Wandern im Watt.

In den vergangenen Tagen war von einigen Problemen beim Übermitteln der Testergebnisse die Rede gewesen. Vereinzelt hatten sich Leute gemeldet, die seit Tagen auf eine Nachricht warteten. Doch tatsäclich sind 44.000 der insgesamt 85.000 Test-Ergebnisse in Bayern noch nicht übermittelt.

All diese Daten müssen noch per Hand eingegeben werden. Wie Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Hums an diesem Mittwoch bestätigte, sind unter den nicht übermittelteten 900 positive Tests. Diese Menschen sind also mit dem Coronavirus infiziert, doch sie wissen es nicht.

Viele Virologen hatten in den vergangenen Tagen gefordert, dass Deutschland seine Strategie ändern müsse. Um neue Hotspots zu vermeiden müssten Super-Spreader-Events vorgebeugt werden. Das bedeutet auch, dass positiv Getestete und ihre Kontakte schnell isoliert werden. Dabei wird über eine kürzere Zeit der Isolation nachgedacht als die derzeit üblichen 14 Tage.

"Eine Übermittlungsproblematik ist da, da gibt es nichts schönzureden", erklärte Huml laut BR auf einer Pressekonferenz in München. Die bayrische Gesundheitsministerin habe sich "massiv geärgert".

Jetzt sollen die Getesteten spätestens nach 48 Stunden ihr Ergebnis erfahren.

Bayern hatte nicht nur an den Flughäfen, sondern auch an Bahnhöfen und an der Grenze zu Österreich kostenlose Coronavirus-Tests angeboten. Pflicht sind diese Tests in Deutschland für Einreisende aus Risikogebieten, wenn sie nicht in Quarantäne gehen wollen.

Am Dienstag hatte Deutschland die Reisewarnung für Spanien auf Madrid und das spanische Baskenland ausgeweitet.