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Berliner Ärzte kümmern sich jetzt um Kremlkritiker Navalny

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Nach dem Transport des Patienten Nawalny
Nach dem Transport des Patienten Nawalny   -   Copyright  Markus Schreiber/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Der schwer erkrankte russische Kremlkritiker Alexei Navalny befindet sich zur Behandlung in Deutschland. Am Morgen landete er mit einer Sondermaschine in Berlin. Dort ging es umgehend in die größte deutsche Uniklinik, die Charite. Später hießt es in einer Stellungnahme des Krankenhauses, es würden umfangfreiche Tests mit dem Patienten gemacht, aber die Ärzte würden den Zustand Navalnys vorerst nicht kommentieren.

Vorangegangen war ein tagelanges Tauziehen. Am Freitag hatten die Ärzte in Omsk zunächst erklärt, Nawalny sei nicht transportfähig. Der Patient lag weiterhin im Koma und wurde künstlich beatmet. Die russischen Mediziner hatten unter anderem gesagt, es sei kein Gift im Körper des 44-Jährigen gefunden worden, sondern er leide an einer Stoffwechselkrankheit. Freunde Nawalnys bezweifeln, dass der Kreml-Gegner in Russland bestmöglichst behandelt werden kann.

Viele Russland-Experten vermuten höchste Kreise im Kreml oder gar Präsident Wladimir Putin hinter der vermuteten Vergiftung Nawalnys.

Chefarzt Murachowski hatte gesagt, die Ärzte hätten einen chemischen Stoff an der Kleidung und der Haut von Nawalny gefunden. Das sei aber ein üblicher chemischer Stoff, der auch bei der Produktion von Plastikbechern eingesetzt werde. "Der wurde nicht im Blut, sondern an Nawalnys Haut und der Kleidung entdeckt", sagte er.

Nawalny hatte vor dem Rückflug nach Moskau am Flughafen Omsk einen Tee in einem Plastikbecher getrunken und war dann im Flugzeug schreiend zusammengebrochen, so dass die Maschine nicht weiterflog, sondern wieder in Omsk landete.

Der Jurist, Blogger und Oppositionspolitiker war in Sibirien, um die Regionalwahlen, die dort im Herbst stattfinden, vorzubereiten. Bei Demonstrationen in Moskau war Nawalny sehr oft festgenommen worden, zudem gab es mehrere Gerichtsverfahren gegen ihn.