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Biologisch abbaubares Verbundmaterial: Fortschritt aus Mitteleuropa

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Biologisch abbaubares Verbundmaterial: Fortschritt aus Mitteleuropa
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Jeder benutzt Produkte, die aus Papier und Kunststoff bestehen. Verbundmaterialien, die nicht biologisch abbaubar sind. In Mitteleuropa schärft ein von der europäischen Kohäsionspolitik unterstütztes Projekt das Bewusstsein bei Unternehmen und im Dienstleistungssektor, Verpackungen aus biologisch abbaubarem Kunststoff und Papier herzustellen. Technologietransfer und Kreislaufwirtschaft ist das Thema dieser Folge von Smart Regions.

Das slowenische Bled ist bekannt für seinen See und für seine Cremeschnitten. In dieser Cafeteria, wie auch anderswo in der Stadt setzt man auf nachhaltige Verpackungen. Anstelle der klassischen Plastikschachteln werden biologisch abbaubare Verbundverpackungen aus Papier und Kunststoff verwendet. Diese beiden Materialien, die man in vielen Verpackungen kombiniert findet, sind zusammen schwierig zu recyceln. Das EU-Projekt Biocompack hat Prototypen aus Papier und Kunststoff entwickelt, die biologisch abbaubar sind.

"Es gibt große Abfallprobleme, vor allem mit Plastik. Da finde ich es sehr gut, dass man dieses Verbundmaterial auf den Kompost werfen kann und es sich vollständig zersetzt", erzählt der Konditor Andrej Klinar von Conditus D.O.O.

Fakten & Zahlen

Das ist aktuell meistens nicht der Fall: Nicht recycelbare Verbundverpackungen aus Kunststoff und Papier machen 32,2 Millionen Tonnen Abfall in der EU aus. Biocompack fordert einen Paradigmenwechsel entlang der gesamten Produktkette: von der Forschung bis zum Verkauf.

Das Projekt hat einen Gesamtetat von 1,95 Millionen Euro. Davon kommen 1,63 Millionen Euro aus der Europäischen Kohäsionspolitik. Beteiligt sind 10 Partner wie Forschungs- und Innovationsinstitute, aber auch Recycling-Firmen und Unternehmen aus 6 mitteleuropäischen Ländern (Ungarn, Slowakei, Slowenien, Italien, Kroatien, Polen).

Sensibilisierung für das Abfallproblem

Dieses ungarische Familienunternehmen nimmt über ein Cluster an Biocompack teil. Getestet werden biologisch abbaubare Papier- und Kunststoffverpackungen. Biologisch abbaubarer Kunststoff ist sehr teuer, in Verbindung mit Papier wird die Verpackung billiger. Ein weiteres Projektziel ist die Sensibilisierung für das Abfallproblem. Es ist billiger, Biopolymer auf Papier zu streichen, als nur Biopolymer zu verwenden, weil Papier das billigere Material ist. Papier kann die Eigenschaften und die Festigkeit des Materials so verändern, dass eine dünne Schicht Biopolymer ausreicht, um es widerstandsfähig, wasserfest und heißsiegelfähig zu machen.

"Im vergangenen Jahr überzeugten wir einige Gastronomen auf dem Sziget Festival an unserem Projekt teilzunehmen und nur kompostierbare Teller und Tassen zu verwenden", erzählt András Ugrin, Chef von Ugrinpack. "Wir sammelten die gebrauchten Teller und Becher ein. Wir haben sie mit unserer Cluster-Maschine zerkleinert und für den biologischen Abbau vorbereitet."

Der Firmenchef steht regelmäßig in Kontakt mit Andrej Kržan vom nationalen Chemischen Institut Sloweniens. Er ist der Projektkoordinator de Biocompack-Projekts. Er antwortet auf die Frage, warum es wichtig ist, das Bewusstsein für biologisch abbaubare Verpackungen in Mitteleuropa zu fördern:

"In dieser Region Europas gibt es viel technisches Know-how, auch in der Produktion. Aber es werden kaum nachhaltige Produkte hergestellt. Man hängt hinter dem westlichen Teil Europas her. Wir wollten die beiden Ziele zusammenbringen: eine stärkere Nutzung nachhaltiger Produkte anzuregen und es als wirtschaftliche Chance zu begreifen. Diese Expertise mit Leben zu erfüllen."