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Konzert für Beirut im Pariser Senat

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Omar Harfouch auf dem Konzert für Beirut
Omar Harfouch auf dem Konzert für Beirut   -   Copyright  Euronews Screenshot
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Einen Monat nach der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut hat der französische Senat mit einem ganz besonderen Konzert der zerstörten Stadt gedacht.

Mit der musikalischen Hommage im Pariser Palais du Luxembourg habe man ein Zeichen der Brüderlichkeit setzen wollen, so der Präsident des Senats, Gérard Larcher.

Das französische Oberhaus sei zudem bereit, seine Kompetenz in den Dienst des krisengeschüttelten Landes zu stellen.

"Natürlich liegt die Entscheidung bei den Libanesen und nur bei ihnen allein. Wir haben Ähnliches bereits für eine Reihe von Ländern getan, wir stehen zur Verfügung, um bei der Entstehung einer neuen Institution zu helfen, die in ein Zweikammersystem münden könnte, was durchaus von Vorteil ist. Aber nur, wenn die Menschen im Libanon dies wünschen."

Reformen dringend nötig

Bei der verheerenden Explosion am 4. August waren mindestens 190 Menschen getötet und mehr als 6000 verletzt worden. Große Teile des Hafens und umliegende Wohngebiete wurden zerstört.

Frankreich hat Hilfe zugesagt, diese aber an politische Reformen im Libanon geknüpft, wie die Senatorin und Organisatorin des Konzerts, Nathalie Goulet betonte. "Wir werden nicht weiter Subventionen gewähren. Europäische Gelder wurden zweckentfremdet, dafür gibt viele Beispiele, wenn wir keinen Kontrollmechanismus einführen.

250 Millionen Euro wurden bislang ausgezahlt, und der Rest wird voraussichtlich folgen, wenn die Verwaltung und Verwendung dieser Mittel gesichert ist. Angesichts der Vergangenheit des Landes, seiner Verpflichtungen sowie des Willens der libanesischen Bevölkerung halte ich das für klug".

"Beirut, sterbe nicht"

Auf dem Konzert spielte der libanesisch-französisch-ukrainische Geschäftsmann, Komponist und Pianist Omar Harfouch. Für ihn eine Herzensangelegenheit:

"Ich habe den Bürgerkrieg im Libanon miterlebt. Ich hatte nie das Gefühl, dass der Libanon Sterben könnte. Aber diese Explosion hat Menschenleben gefordert und Museen und Kunst zerstört. Als ich das ganze Ausmaß des Schadens sah und verstand, dass die Kultur betroffen war, spürte ich, dass Beieut tief in seiner Seele verletzt wurde, und Gefahr läuft zu sterben."

Anlässlich des Konzerts spielte Omar Harfouch eine neue Komposition, die er der zerstörten Stadt gewidmet hat: "Beyrouth, ne meurts pas" (Beirut, sterbe nicht).