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"Es kann noch viel passieren": Minister bitten bei Corona-Impfstoffentwicklung um Geduld

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn berät sich mit Forschungsministerin Anja Karliczek vor einer Kabinettssitzung, Berlin,5.2.2020
Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn berät sich mit Forschungsministerin Anja Karliczek vor einer Kabinettssitzung, Berlin,5.2.2020   -   Copyright  AP Photo/Jens Meyer
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Um den aktuellen Forschungsstand für einen Corona-Impfstoff ist es bei der Pressekonferenz an diesem Dienstag gegangen, bei der neben dem deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn und Forschungsministerin Anja Karliczek auch der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, teilgenommen haben. Im Mittelpunkt der Pressekonferenz ging es um die Verteilung der Gelder des 750-Millionen-Euro-Impfstoffförderprogramms des Bundes und den Stand der Forschung.

750 Mio. Euro Förderung für drei Pharma-Unternehmen

Die deutsche Forschungsministerin Anja Karliczek hatte als Erste das Wort. Sie stellte zunächst die deutschen Unternehmen vor, die sich erfolgreich um die finanzielle Förderung beworben hatten.

Drei Unternehmen teilen sich den 750 Millionen Euro Topf: das Tübinger Biotechunternehmen Curevac (235 Mio Euro), die Mainzer Firma Biontech (273 Mio. Euro) und das Unternehmen IDT Biologika aus Dessau-Roßlau.

Sie bat um Geduld bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes, denn "es kann noch viel passieren". Man forsche auf Hochtouren und bewege sich sehr schnell vorwärts. Abstriche bei der Impfstoffentwicklung werde man aber nicht machen.

Sicherheit hat bei der Impfstoffentwicklung oberste Priorität

Sicherheit habe bei der Impfstoffentwicklung die oberste Prioriät. So müssten mögliche Risiken für deren Einsatz klar abgewogen werden, so Karliczek.

Das Ziel, einen Impfstoff - auch in ausreichender Menge verfügbar zu machen - könnte man bis Mitte 2021 erreichen.

Mit dem Förderprogramm des Bundes sollen die Pharma-Firmen auch beim Aufbau von Produktionskapazitäten unterstützt werden. Im Erfolgsfall würden die geförderten Pharma-Firmen, über 40 Millionen Dosen für Deutschland zur Verfügung zu stellen.

Impfstoffentwicklung: Deutschland ganz vorn mit dabei

Der deutsche Gesundheitminister Spahn äußerte sich zufrieden darüber, dass Deutschland im Rennen um einen Impfstoffe international derzeit so gut darstehe. Mit der Förderung und der Unterstützung der Unternehmen stärke man auch Deutschland für die nächsten Jahre.

Auch er bittet um Geduld - das Vertrauen der Bevölkerung in die neuen Impfstoffe sei essentiell. Daher werden diese erst nach erfolgreichen Phase III -Tests zugelassen. Die dritte Phase mit mehreren Tausend Probanden sei die langwierigste und schwierigste im Zulassungsprozess.

Warten auf den Impfstoff? "Wenige Tage, maximal wenige Wochen"

Sobald ein Impfstoff die Zulassung erhält, soll er verfügbar sein, betonte Spahn, er hoffe, dass man "wenige Tage, maximal wenige Wochen" darauf warten müsse. Denn die Herstellung der Impfstoffe können parallel zu Impfstoffentwicklung laufen.

Inensiv beschäftige man sich derzeit auch mit der Frage, welche Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft würden. Denn gerade in den ersten Wochen werde es sicher nicht genug Impfungen für alle geben. Er ist denn noch hoffnungsvoll, dass man mit den sogenannten AHA-Maßnahmen, das Schlimmste verhindern können. Sie seien einfach einzuhalten und machten einen großen Unterschied, so der Gesundheitsminister.

Wettrennen um den Corona-Impfstoff

Der Kampf um einen Impfstoff gegen das Corona-Virus ist bereits voll im Gang. Russland hatte als erstes - und noch vor der Durchführung von Phase III-Studien - seinen Impfstoff Sputnik V zugelassen.

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hingegen hat die klinische Studie für seinen Corona-Impfstoff vorsorglich gestoppt - bei einem Patienten waren schwere Nebenwirkungen aufgetreten.