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Madrid: Abriegelung hat begonnen

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Hygienehinweis am Bahnhof in Madrid
Hygienehinweis am Bahnhof in Madrid   -   Copyright  AP   -   AFP
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Ab diesem Freitagabend ist Madrid eine abgeriegelte Stadt und kann nur mit triftigen Gründen betreten oder verlassen werden - etwa um zur Arbeit, zum Arzt zu fahren oder um Einkäufe zu tätigen.

Die konservative Regionalregierung fügt sich der Anordnung des Gesundheitsrats, hat aber beim Staatsgerichtshof gegen die Entscheidung der linken Zentralregierung unter Pedro Sanchez Einspruch eingelegt - und fordert eine Aussetzung bis zum Urteil.

Sanchez seinerseits rechtfertigte die Maßnahme mit dem "außerordentlichen Ernst" der Lage.

Man wolle nicht über etwaige Gerichtsverfahren, die die eine oder andere Institution anstrebe, urteilen. Ihm gehe es darum zu vermitteln, was er von der ersten Minute an über die Bewältigung des gesundheitlichen Notstands gesagt habe, nämlich dass alle Entscheidungen der spanischen Regierung auf wissenschaftlichen Kriterien beruhten.

Die Abriegelung von Madrid und neuen weiteren Gemeinden im Großraum der Hauptstadt soll zunächst für zwei Wochen gelten.

Am Freitag verließen Tausende Bewohner Madrids vorsorglich die Stadt, offenbar aber nicht so viele, wie beim ersten Lockdown.

Ab Montag "maximale Alarmstufe" in Paris?

In Frankreich tickt die Uhr für Paris. Sollte sich die aktuelle "besorgniserregende Entwicklung" bis Montag nicht verbessern, soll die maximale Alarmstufe ausgelöst werden mit einer Reihe von Einschränkungen wie der Schließung von Restaurants und Bars im Großraum Paris.

Auch Fitnessstudios wären betroffen, was einige Vertreter der Branche am Freitag auf die Straße brachte. In keinem Fitnesszentrum sei es zu Infektionsherden gekommen, weil man bei der Wiedereröffnung ein striktes Hygieneprotokoll eingeführt habe, das alle Kunden befolgten. Es gebe also keinen Grund, die Zentren zu schließen.

In Bordeaux machten Chefköche ihrem Unmut Luft. Das Gastronomiegewerbe ist in höchster Alarmbereitschaft und mobilisiert gegen drohende Schließungen.

Großbritannien: 6968 Corona-Neuinfektionen

Auch die britische Regierung hat wegen hoher Infektionszahlen die Kontaktbeschränkungen verschärft und droht mit weiteren landesweiten Maßnahmen.

Besonders betroffen ist der Nordosten Englands. Dort grassiert neben dem Virus vor allem die Angst vor den wirtschaftlichen Auswirkungen.

Der Bürgermeister von Liverpool sagte im Interview mit Euronews, er sperre sich nicht gegen Einschränkungen, wenn damit das Virus unter Kontrolle käme.

Weder er noch die Menschen in seiner Stadt hätten etwas dagegen, wenn sie wüssten, dass Infektionen dadurch eingedämmt werden könnten.

Was Liverpool beunruhige, was ihn als Bürgermeister von Liverpool beunruhige, sei die Tatsache, dass die Unternehmen in der Stadt, die Bars, die Restaurants und die Hotels nicht dieselbe finanzielle Unterstützung erhielten, wie das sonst überall Europa geschehe.

Großbritannien meldet am Freitag 6968 Corona-Neuinfektionen mehr als am Donnerstag (6914), aber unter dem Spitzenwert von 7143 am vergangenen Dienstag. Zudem wurden 66 Todesfälle verzeichnet.