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Berg-Karabach: In Stepanakert werden frische Gräber ausgehoben

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Berg-Karabach: In Stepanakert werden frische Gräber ausgehoben
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In Berg-Karabach fliehen die Menschen weiterhin aus der umkämpften Region, auch fast eine Woche nach der Ankündigung eines Waffenstillstands.

Euronews-Korrespondentin Amanda Coakley war an der Frontlinie nahe der Stadt Martuni, wo der Zugang streng kontrolliert wird und keine Interviews erlaubt sind. An dem Morgen war es ruhig an diesem Ort, nur in der Ferne konnte die Journalistin Kampfhandlungen hören.

Amanda Coakley: "Seit den letzten zwei Wochen ist diese Frontlinie flexibel, auf armenischer Seite sind diese festen Positionen - die Armenier sind eingebunkert, sie führen einen Grabenkrieg, aber sie versuchen auch, sich gegen die aserbaidschanische Luftmacht zu verteidigen."

Der wieder aufgeflammte Konflikt geht in seine dritte Woche und hat sich trotz des offiziellen Waffenstillstands nicht beruhigt.Die intensiven Kämpfe in der Nähe von Martuni haben vielen Familie keine Wahl gelassen als zu fliehen. Es sind emotionale Abschiede, denn sie wissen nicht, wann sie sich wiedersehen werden.

Ein älteres Ehepaar aus Stepanakert - oder Khankendi, wie die Hauptstadt auf aserbaidschanisch heißt - sitzt im Bus, der sie in die armenische Hauptstadt Eriwan bringen soll. Sie wissen noch nicht, wo sie dort unterkommen werden. Eine Frau vor dem Bus erzählt der Euronews-Korrespondentin: "D__as ist einer meiner Söhne, sie sind beide an der Front. Ich will sie nicht verlassen, aber sie sagen, ich soll gehen."

Auf ihrer Reise durch die Konfliktregion werden Euronews-Korrespondentin Amanda Coakley die Überreste einer Drohne gezeigt, die erst vor wenigen Tagen abgeschossen wurde. Diese tödlichen Waffen sind neu in dem jahrzehntelangen Konflikt und haben enorme Verluste verursacht. Sie abzuschießen ist keine leichte Aufgabe, sie sind oft nicht in Reichweite, weil zu klein und zu hoch.

Auf dem Friedhof von Stepanakert wurden neue Gräber ausgehoben - für Hunderte von Toten. Eine schnelle Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht. Und so bereitet sich diese Stadt auf weitere Verluste vor. Aber die Menschen hier sagen, sie werden weiterkämpfen.