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EZB: Klimapolitik kein Luxus

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EZB: Klimapolitik kein Luxus
Copyright  Arne Dedert/AP
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Die zweite Welle des Coronavirus hat Europa früher als erwartet befallen - und die Wirtschaft leidet fortan unter neuen strengen Zwangsmaßnahmen bis hin zu Quarantäne.

Gleichzeitig ringen die EU-Institutionen um die Fortsetzung ihrer grünen Klimapolitik.

Die Europäische Zentralbank hat dabei ihre Rolle zu spielen und kauft bereits grüne Anleihen, mit denen Klimaprojekte finanziert werden sollen.

In einem Euronews-Gespräch äußert sich EZB-Chefvolkswirt Philip Lane zum Spannungsverhältnis von Wirtschaft und Pandemie.

Euronews: Was sollten jetzt die Prioritäten für den Wiederaufbau in Europa sein? Ist Klimapolitik ein Luxus, wenn Tausende ihre Jobs verlieren?

Lane: Ich denke, es gibt keinen Konflikt. Die Tatsache, dass wir diesen Abschwung erleben, schafft zugleich Raum für eine Beschleunigung dessen, was wir ohnehin tun sollten, nämlich den Green Deal und die Digitalisierung.

Doch um eine vielversprechende Zukunft zu haben, müssen so viele Firmen wie möglich wettbewerbsfähig sein und überleben.

Wir brauchen diese Unternehmen mit ihren Angestellten, die während der Pandemie so viel durchgemacht haben.

Euronews: Wie können Sie als EZB den Green Deal wirklich unterstützen?

Lane: Der grundlegende Punkt, der bisweilen ein wenig untergeht, ist, dass die Umwandlung zur grünen Wirtschaft und die Einführung umweltfreundlicher Technologien massive öffentliche und private Investitionen erfordern.

Zahlreiche privaten Haushalte müssen Energie-edffizienter gemacht werden, viele Bürger müssen ihre Transportmittel ändern.

Als dies bedarf großer Investitionen, und wir tragen mit der Niederigzinspolitik bei geringer Inflation zu einem guten Investitionsklima bei.

Und diese Zinspolitik unterstützt auch alle anderen Aspekte der Klimapolitik wie etwa Emissionsstandards.