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Wegen Covid-19: Belgiens Außenministerin Wilmès liegt auf der Intensivstation

Belgiens Außenministerin Sophie Wilmes, 12.10.2020
Belgiens Außenministerin Sophie Wilmes, 12.10.2020   -   Copyright  Jean-Christophe Verhaegen/AP
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Die belgische Außenministerin Sophie Wilmès hat sich mit dem Corona-Virus angesteckt und ist nun auf die Intensivstation verlegt worden. Das berichten belgische Medien unter Berufung auf Wilmes' Sprecher.

"Ihr Zustand ist stabil, sie ist bei Bewusstsein und wird gut versorgt", sagte Wilmès' Sprecher gegenüber der belgischen Tageszeitung La Libre.

"Sie benötigt ärztliche Betreuung und wurde auf Anraten ihres Arztes ins Krankenhaus eingeliefert. Sie wird sorgfältig und professionell von medizinischem Personal betreut", fügte er hinzu.

Der Präsident des Europäischen Rates und ehemalige belgische Ministerpräsident Charles Michel schrieb auf Twitter: "Meine ganze Zuneigung und Freundschaft für @Sophie_Wilmes, die den nationalen Kampf gegen #COVID19 geführt hat und die ihn nun persönlich führen muss."

Wilmès, die auch Vize-Ministerpräsidentin des Landes ist, hatte erklärt, dass sie am vergangenen Samstag ein positives Testergebnis erhalten habe. Sie fügte hinzu, dass sie davon ausgehe, sich im Kreis ihrer Familie angesteckt habe.

Am vergangenen Freitag habe sie erste Symptome entwickelt und sich testen lassen. Seit diesem Zeitpunkt war Wilmès in Quarantäne. Das Kabinett steht weiterhin nicht unter Quarantäne. Wilmès sei immer "sehr vorsichtig mit Kollegen und ihrer Anwesenheit im Kabinett" gewesen.

Der belgische Ministerpräsident Alexander De Croo wünschte der Außenministerin eine "rasche Genesung" und fügte er hinzu: "Niemand ist gegen dieses gefährliche Virus immun. Gemeinsam werden wir COVID-19 besiegen."

Wilmès, die Mitglied der Partei "Mouvement Réformateur" ist, ist die erste Außenministerin Belgiens und war bislang die einzige weibliche Ministerpräsidentin in der Geschichte des Landes.

Das Virus macht auch vor Spitzenpolitikern nicht halt. So musste der britische Premierminister Boris Johnson und der US-Präsident Donald Trump wegen Corona-Infektionen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Erst am vergangenen Montag hatte Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke erklärt, sein Land verliere die Kontrolle im Kampf gegen die zweite Corona-Welle. Es stehe kurz davor, von einem "Tsunami" der Infektion überrollt zu werden.

Die Belgier müssten ihr Verhalten dramatisch ändern, erklärte er gegenüber dem Sender RTL.

Am schlimmsten sei die Situation in der Region Wallonien und in der Hauptstadt Brüssel und bezeichnete sie als die "gefährlichste in ganz Europa."

Seit Beginn der Pandemie in Belgien sind der John Hopkins Universität zufolge 253.386 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet worden, 10.539 sind an den Folgen gestorben (Stand: 22.10.2020).

Die Testpositivitätsrate, d.h. der Anteil der positiven Personen unter den Getesteten, liegt bei über 14 Prozent.