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So schlimm ist Covid-19 in der Schweiz: "Wir haben alle Nachbarländer überholt"

Genf
Genf   -   Copyright  Martial Trezzini/AP
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In der gesamten Schweiz liegt die 14-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner jetzt bei 495. In den Katonen Wallis und Genf sogar über 1.000.

"Wir haben alle unsere Nachbarländer überholt", erklärte auf der Pressekonferenz in Bern der Leiter Übertragbare Krankheiten vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), Stefan Kuster. Die Schweiz liege bei der Inzidenz über Frankreich, über Österreich und fünfmal höher als Deutschland.

Das Robert Koch-Institut hat die gesamte Schweiz zum Risikogebiet erklärt.

An diesem Freitag errechnete das BAG schweizweit 6.634 Neuinfektionen - doppelt soviele wie vor einer Woche.

"Kapazitäten der Intensivbetten in 2-3 Wochen erschöpft"

Auf der Pressekonferenz klang Kritik an den verantwortlichen Politikern an - auch wenn der Präsident der National Covid-19 Science Taskforce, Martin Ackermann, erklärte, er wolle sich kein Urteil über die Politik erlauben.

Ackermann - der Professor an der ETH Zürich ist - sagte: "Aus wissenschaftlicher Sicht reichen die aktuellen Massnahmen klar nicht." In seinem Bericht verwies er darauf, dass sich in der Schweiz nicht nur die Anzahl Neuinfektionen jede Woche verdoppelt, sondern auch die Anzahl der Krankenhauspatienten und die Anzahl der belegten Intensivbetten.

Der Taskforce-Chef warnte: "Ich kann als Experte nur so viel sagen: Wir müssen jetzt handeln. Es dauert zwei Wochen, bis sich die Wirkung der Massnahmen zeigt. Wenn es so weiterläuft wie jetzt, sind die Kapazitäten der Intensivbetten in zwei bis drei Wochen erschöpft."

Auf Intensivstationen werden derzeit auf 19,7 Prozent der belegten Betten Covid-19-Patienten behandelt. 342 Intensivbetten sind noch frei. Die Gesundheitsbehörden erklärten, es würden nur Betten gezählt, für die auch Pflegekräfte zur Verfügung stehen..

Sperrstunde in Genf

An diesem Freitag verhängte der Kanton Genf eine Sperrstunde. Um 23 Uhr müssen Bar und Restaurants dicht machen. Getränke müssen am Tisch bestellt werden und es sind pro Tisch höchstens fünf Personen erlaubt.