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Deutschland und Belgien vor Lockdowns, Frankreich schon mittendrin

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In Frankreich gilt der neue Lockdown seit der Nacht zum Freitag
In Frankreich gilt der neue Lockdown seit der Nacht zum Freitag   -   Copyright  Thibault Camus/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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In Belgien müssen die meisten Geschäfte ab Montag wieder schließen. Ausnahmen gebe es für Supermärkte, erklärte die Regierung nach einer Krisensitzung am Freitag.

Gemessen an der Einwohnerzahl verzeichnet das Land die meisten Coronavirus-Infektionen in Europa. Bars, Restaurants, Cafés sowie alle Kultur- und Sportstätten sind bereits zu. Ihnen folgen jetzt Friseurläden und andere Geschäfte mit "engem Kundenkontakt".

Die Schulferien wurden bis zum 15. November verlängert. Für die Zeit danach wird ein Übergang zu Fernunterricht erwogen.

Haushalte dürfen nur noch einen Besucher pro Woche empfangen; bei Alleinstehenden sind es zwei. Zuvor waren es je vier Personen. Die belgischen Behörden zählten zuletzt innerhalb einer Woche durchschnittlich über 15.000 Neuinfektionen. Das ist ein Negativrekord.

Belgien hat elf Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt rund neun Mal höher als in Deutschland. Vier Intensivpatienten wurden laut des Gesundheitsministers Frank Vandenbroucke bereits zur Weiterbehandlung nach Deutschland gebracht.

Frankreich: Isolierte Rentner in Paris

Frankreich ist schon vor dem Wochenende in den zweiten Lockdown seit dem Frühjahr gegangen. In Paris waren am Freitag deutlich weniger Fahrzeuge unterwegs als sonst.

Außer für unbedingt notwendige Erledigungen oder Arztbesuche dürfen die rund 67 Millionen Französinnen und Franzosen ihre Wohnungen nur maximal eine Stunde pro Tag verlassen.

Der neue Lockdown gilt vorerst bis Anfang Dezember. Unter älteren Parisern gab es leisen Protest:

Rentner René sagte: "Ich bin 82 Jahre alt, wir sind eingesperrt, dürfen uns nicht bewegen, müssen immer die gleichen Formulare ausfüllen, die nutzlos sind."

In die gleiche Kerbe stieß Rentnerin Therese: "Die Abriegelung ist hart, wenn man allein lebt, 70 Jahre alt ist und mit niemandem spricht."

Portugal: Kurzer Prozess auf Autobahnen

In Portugal sind Reisebeschränkungen zwischen den Regionen eingeführt worden, um zuviel Verkehr an Allerheiligen und Halloween zu unterbinden.

Auf den wichtigsten Autobahnen wurden Kontrollpunkte eingerichtet, um sicherzustellen, dass die Menschen einen triftigen Grund für Fahrten haben. Bei Verstößen setzt es Bußgelder.

Italien: Standhafte Proteste

Vor dem Parlament in Rom haben Hunderte Beschäftigte des Unterhaltungssektors ihre Proteste fortgesetzt. Sie richten sich unter anderem gegen die monatelange Schließung von Theatern.

Bars, Cafés, Restaurants und Eisdielen müssen täglich um 18 Uhr dicht machen.

Die neuen Beschränkungen begannen am vergangenen Montag und gelten bis zum 24. November.

Deutschland: Die Estland-Rolle

Deutschland steht bundesweit ein teilweiser Lockdown bevor, der am Montag beginnt.

Eine vierwöchige Schließung von Restaurants, Cafés, Kinos und Theatern soll den starken Anstieg von Coronavirusinfektionen eindämmen. Die Bundesregierung rät mittlerweile auch von Reisen im Inland ab. Österreich und Italien sind jetzt fast komplett als Risikogebiete eingestuft. In Gänze gilt das ab Sonntag für Kroatien, Bulgarien und Ungarn. Eine weiße, weil "risikofreie" Weste hat einzig Estland.

Tschechien: Babis blitzt ab

In der Tschechischen Republik hat die Regierung den Ausnahmezustand bis zum 20. November verlängert. Ministerpräsident Andrej Babis wollte die Maßnahme bis in den Dezember hinein ausdehnen, kam damit aber im Parlament nicht durch.

Bereits seit Mittwoch gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 6 Uhr, um zu versuchen, die Infektionen zu begrenzen. Restaurants und Schulen und die meisten Geschäfte sind geschlossen.