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Hack oder Hype: Jan Böhmermann meldet sich auf Telegram

Jan Böhmermann (ARCHIV)
Jan Böhmermann (ARCHIV)   -   Copyright  Rolf Vennenbernd/AP
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Warum löscht jemand, der gerade ein Buch über Tweets veröffentlicht hat, sein Twitter-Konto? Diese Frage stellen sich viele, denn das Twitter-Konto des Satirikers Jan Böhmermann ist plötzlich nicht mehr da.

Sind die Social-Media-Accounts des Moderators gehackt worden?

Am Freitagabend meldete sich Jan Böhmermann dann offenbar auf Telegram zu Wort. Er postete dorch eine Sprachnachricht, in der er bestätigte, dass es seine Accounts nicht mehr gibt - und er sagte, er werde Weiteres bekannt geben, sobald dies gehe.

Auf der Facebook-Seite von Böhmermann - die es an diesem Freitag auch nicht mehr gibt - war eine mysteriöse Mitteilung aufgetaucht. Darin stand etwas von einer "Sache, über die ich seit Wochen (und eigentlich schon seit Jahren --> siehe mein Buch, da steht schon alles drin, sorry für die Werbung) (...) tatsächlich noch größer und unheimlicher und bedrohlicher für uns alle und ich denke, es ist gefährlich, darüber länger öffentlich zu schweigen."

KiWi-Verlag
Böhmermanns BuchKiWi-Verlag

Nach Ansicht vieler klingt das sehr nach Verschwörungstherorie. Aber ist Jan Böhmermann, der sich für Flüchtlinge eingesetzt hat und die Masken-Auf-Kampagne unterstützt hatte, tatsächtlich unter die Corona-Leugner gegangen? Das erscheint wenig glaubwürdig.

Manche glauben auch daran, dass Böhmermann nicht gehackt wurde, sondern die Konten selbst gelöscht hat, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen, denn seine neue Show "ZDF Magazin Royale" startet am 6. November.

Auf Twitter hatten schon zuvor einige User den Telegram-Kanal von Jan Böhmermann aufgespürt. Über diesen kommunizieren auch Corona-Leugner wie Attila Hildmann.

In einem Gespräch für die - in diesem Jahr digitale Buchmesse - hatte Jan Böhmermann erklärt, Ironie helfe ihm dabei, auf Twitter nicht zu verzweifeln. "Das ist ganz wichtig, damit man da nicht vor Verzweiflung sich irgendwann abmeldet oder in irgendwelche schlimmen Depressionen rutscht", meinte Böhmermann auf die Frage, welche Rolle sein ironischer Blick auf die Welt bei Twitter spiele.

Twitter sei "sehr unbarmherzig, es werden Überschriften hin und hergeworfen, man beschimpft sich gegenseitig, man versucht möglichst Positionen zuzuspitzen", sagte Böhmermann im Interview mit Bärbel Schäfer. Und online sei es meistens härter als im analogen Leben. "Weil sich Menschen am Ende dann doch am Tisch gegenübersitzen müssen und man da selbst mit dem allergrößten Feind meistens noch eine menschliche Ebene hat, die einen verbindet."