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Schüsse auf orthodoxen Priester vor Kirche in Lyon - Verdächtiger festgenommen

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Lyon
Lyon   -   Copyright  Laurent Cipriani/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Im französischen Lyon ist ein griechisch-orthodoxer Priester vor seiner Kirche durch Schüsse schwer verletzt worden. Wie die Agentur AFP berichtet, befindet er sich zwischen Leben und Tod.

Der Priester, ein Grieche, sei gerade dabei gewesen, die Kirche abzusperren, als er mit einer abgeschnittenen Schrotflinte angeschossen wurde.

Der Täter konnte zunächst fliehen. Stunden später wurde im 3. Arrondissement ein verdächtiger Mann festgenommen.

Der Angriff ereignete sich am Samstagnachmittag gegen 16 Uhr im 7. Arrondissement von Lyon in der Nähe der Metro-Station Jean-Macé - etwas enfernt vom Stadtzentrum. Die Menschen wurden zunächst aufgefordert, das Viertel zu meiden.

In Frankreich gilt seit Freitag eine Ausgangssperre zur EIndämmung der Coronavirus-Pandemie.

Der Angriff von Lyon wurde vom Innenministerium auf Twitter in einer Warnmeldung bestätigt. Es sei eine abgesperrte Sicherheitszone eingerichtet worden.

Augenzeugen berichteten, der Priester sei von zwei Schüssen getroffen worden. Laut der Lokalzeitung LE PROGRES ist das Opfer Familienvater und etwa 40 Jahre alt. Der Priester soll gesagt haben, er kenne den Angreifer nicht.

Laurent Cipriani/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
Das Viertel wurde abgeriegeltLaurent Cipriani/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved

Im Innenministerium in Paris wurde ein Krisenstab zu diesem Angriff eingerichtet.

Ob der Angriff von Lyon etwas mit der Messerattacke von Nizza zu tun hat, war zunächst nicht klar.

In ganz Frankreich gilt die höchste Terror-Warnstufe, seit in einer Kirche in Nizza vor drei Tagen drei Menschen bei einem Messerangriff getötet worden waren.

Von den Ermittlern wurde die Attacke in Nizza als terroristisch eingestuft. Sie hängt offenbar mit der Wieder-Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen durch die Satire-Zeitschrift CHARLIE HEBDO zusammen. Ein Lehrer, der eine der Karikaturen im Unterricht gezeigt hatte, war bei Paris enthauptet worden. Präsident Emmanuel Macron hatte die Karikaturen daraufhin als Ausdruck der Meinungsfreiheit in Frankreich verteidigt und war in mehreren islamischen Ländern deshalb in die Kritik geraten.