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Nehammer: Keine Hinweise auf zweiten Täter

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Der österreichische Innenminister Nehammer zum Stand der Ermittlungen
Der österreichische Innenminister Nehammer zum Stand der Ermittlungen   -   Copyright  Ronald Zak/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Nach dem Blutbad in Wien hat die Polizei in Österreich 14 Menschen aus dem Umfeld des erschossenen Attentäters vorläufig festgenommen. Das teilte Innenminister Karl Nehammer in der österreichischen Hauptstadt mit.

Insgesamt 18 Wohnungen seien durchsucht worden. Hinweise auf einen zweiten Täter gebe es jedoch nicht, sagte der Innenminister nach der Auswertung von tausenden Videos hervor, die die Menschen der Polizei zur Verfügung gestellt hatten.

Inzwischen hat sich die Zahl der Verletzten nach der Terror-Attacke in Wien erhöht. Es seien insgesamt 22 Menschen teils schwer verletzt worden, teilte Nehammer mit. Bei der islamistisch motivierten Terrorattacke hatte der Schütze am Montagabend mindestens vier Menschen getötet.

Die österreichische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Vermutlich islamistisches Motiv

Der 20-jährige Haupttäter war nach offiziellen Angaben ein Mitglied der Miliz Islamischer Staat.

Er wurde Montagabend von der Polizei erschossen. Der 20-Jährige besaß einen österreichischen und einen nordmazedonischen Pass. Die tödlichen Schüsse gab er mit einer abgesägten Kalaschnikow ab. Ferner hatte er eine Pistole und eine Machete bei sich.

Nach Angaben von Nehammer hatten die Wiener Behörden ein Verfahren angestrengt, um dem Täter die österreichische Staatsbürgerschaft aberkennen zu lassen. Es habe aber wohl "zu wenige Hinweise auf das aktive Tun des Attentäter" gegeben, um das Verfahren erfolgreich abzuschließen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach von einem "Anschlag aus Hass" und sagte ferner: "Es muss uns allen bewusst sein, dass das keine Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen oder zwischen Österreichern und Migranten ist. Nein, das ist ein Kampf zwischen den vielen Menschen, die an den Frieden glauben und jenen wenigen, die sich den Krieg wünschen. Es ist ein Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei und diesen Kampf werden wir mit aller Entschlossenheit führen."

Tathergang

Der Mann hatte Montagabend nahe der Hauptsynagoge im ersten Wiener Bezirk in einem beliebten Ausgehviertel um sich geschossen und mindestens vier Menschen getötet. Kurz sagte, bei den Todesopfern handele es sich um einen älteren Mann, eine ältere Frau, einen jungen Passanten und eine Kellnerin.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel kondolierte "den österreichischen Freunden":

Nach Erkenntnissen des österreichischen Innenministeriums wollte der 20-Jährige in der Vergangenheit nach Syrien ausreisen und sich dort der IS-Miliz anschließen. Vor knapp einem Jahr wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen, wo er wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung eine 22-monatige Haftstrafe verbüßte.

Nach seiner Verurteilung war der 20-Jährige von einem Bewährungshelfer und dem österreichisch-deutschen Deradikalisierungsnetzwerk Derad betreut worden. Zum Zeitpunkt seiner Haftentlassung wurde er offenbar nicht mehr als Bedrohung eingestuft.

Der Anschlag ereignete sich kurz vor dem Inkrafttreten des teilweisen Lockdowns um Mitternacht.